»Amazon Go« verschoben: Amazons kassenloser Supermarkt funktioniert nicht

Bei mehr als 20 Kunden bekommt Amazons kassenloser Supermarkt Go offenbar Probleme. Das Projekt wird deshalb auf unbestimmte Zeit verschoben.

(Foto: Amazon)

Es ist ein herber Dämpfer für Amazons Bemühungen, im Supermarkt-Umfeld Fuß zu fassen. Offenbar wird das Projekt »Amazon Go«, bei dem der Etailer in einem Pilotversuch komplett auf Kassen verzichtet (CRN berichtete) auf unbestimmte Zeit verschoben. Das berichtet zumindest das für gewöhnlich gut informierte Wall Street Journal und beruft sich dabei auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Demnach scheint die kontaktlose Kundenüberwachung in der Pilotfiliale zu versagen, sobald sich mehr als 20 Kunden gleichzeitig im Geschäft aufhalten.

Theoretisch soll das System so gut wie jede Handlung der Kunden überwachen, etwa wenn sie eine Ware aus dem Regal nehmen oder auch wieder zurückstellen. Legt der Kunde einen Artikel in den Einkaufswagen, wird dieser auch in dessen digitalen Warenkorb abgelegt. Verlässt der Kunde die Filiale, sollen alle seine Einkäufe automatisch von seinem Amazon-Kundenkonto abgezogen werden.

Steigt die Zahl der im Laden befindlichen Kunden über den kritischen Schwellenwert von 20, soll das System allerdings vor allem bei der genauen Ortsbestimmung der einzelnen Kunden Probleme bekommen. Auch bei der Erfassung, welche Artikel genau aus dem Regal entnommen werden, soll es ab diesem Wert Probleme geben. Damit die Technik weiter arbeiten könne, müssten sich Kunden sehr langsam bewegen — Praxistauglichkeit sieht anders aus.

Amazon hat laut WSJ bereits Konsequenzen gezogen und den eigentlich für März dieses Jahres angekündigten Start weiterer Amazon Go-Supermärkte auf unbestimmte Zeit verschoben. Zudem werden auch die kassenlosen Supermärkte in Zukunft auch nicht gänzlich ohne Personal auskommen, denn Angestellte sollen überprüfen, dass alle Einkäufe auch korrekt vom System verbucht werden.