Microsoft als möglicher Käufer: Kaufgerüchte um Citrix

Der Cloud- und Virtualisierungs-Spezialist Citrix sucht offenbar einen Käufer für sich – in diesem Zusammenhang taucht auch der Name Microsoft auf.

(Foto: Citrix)

Bereits 2015 gab es den Versuch, einen Käufer für Citrix zu finden. Seinerzeit wurde Dell als möglicher Kandidat gehandelt, aber das Geschäft kam letztendlich nicht zu Stande.

Jetzt soll ein neuer Anlauf gestartet werden. Im Hintergrund macht wahrscheinlich der US-Hedgefonds Elliott International Druck, der 2015 Unternehmensanteile erwarb und einen Sitz im Aufsichtsrat erhielt. Citrix gab im November 2015 bekannt, sich künftig auf sein Kerngeschäft mit Produkten wie XenApp, XenDesktop, XenMobile, ShareFile und NetScaler konzentrieren zu wollen. Damit einher gingen die Ausgliederung und später der Verkauf des Videokonferenz-Services GoTo, den schließlich LogMeIn übernahm.

Das Nachrichtenmagazin Bloomberg berichtet mit Verweis auf gut unterrichtete Quellen, das das Beratungsunternehmen Goldman Sachs damit beauftragt wurde, potentielle Käufer für Citrix zu finden. Für Microsoft als Kaufkandidat spricht, dass der Software-Gigant seit vielen Jahren Geschäfts- und Entwicklungspartner von Citrix ist. Zudem sitzt mit Kirill Tatarinov ein ehemaliger Microsoft-Mann im Chefsessel. Citrix vertreibt seine Lösungen in Deutschland über rund 1.000 Partner, die wohl auch gut mit einer Übernahme durch Microsoft leben könnten.

Der Kauf von Citrix würde sicherlich nicht billig, denn wirtschaftlich steht das Unternehmen gut da. Der Umsatz im vierten Quartal 2016 fiel mit gut 908 Millionen US-Dollar etwas besser aus als im Vorquartal (904,7 Millionen) und deutlich besser als im gleichen Quartal des Vorjahres (841,3 Millionen). Der Reingewinn betrug rund 200 Millionen US-Dollar.

Im Geschäftsjahr 2016 hat Citrix insgesamt einen Umsatz von 3,42 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Im Vorjahr waren es 3,28 Milliarden US-Dollar, das entspricht einem Wachstum von vier Prozent. Der Marktwert des Unternehmens wird aktuell auf 13,3 Milliarden US-Dollar beziffert. Möglicherweise müssen sich mehrere Investoren zu einem gemeinsamen Kauf entschließen.