Finanzamt ist den Unternehmen auf den Fersen: GoBD-Richtlinie greift seit Jahresbeginn

Seit Anfang des Jahres ist die neue GoBD für alle Unternehmer verpflichtend. CRN erklärt, worauf Firmen achten müssen, um Probleme bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt zu vermeiden.

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Die »Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff« (GoBD), wurden bereits Ende 2014 formuliert und sorgen seitdem für einige Verwirrung in Unternehmerkreisen. So richtig ist den meisten Betroffenen nicht klar, ob sie mit Gelassenheit oder Aktionismus reagieren sollen. Zumal laut Lexware bei Betriebsprüfungen des Finanzamtes seit einiger Zeit für Unternehmen ein unangenehmer Trend zu beobachten ist. Wurden im Unternehmen steuerlich keine nennenswerten Fehler begangen, nimmt der Prüfer die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung generell ins Visier.

Fakt ist: Seit 1. Januar ist auch die Übergangsfrist für die Umsetzung der GoBD abgelaufen und Unternehmer, egal ob sie ihren Gewinn durch Bilanzierung oder Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln, müssen sich daran halten. Bei Mängeln oder Verstößen gegen die neuen Grundsätze drohen Hinzuschätzungen zu Umsatz und Gewinn durch die Finanzbehörde. Nicht alles hat sich für Unternehmen geändert, oft hat die neue Regelung einfach ältere Gesetze wie die »Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführungssysteme« (GoBS) sowie die »Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen« (GDPdU) abgelöst. Dennoch gibt es für die Buchhaltung wichtige Änderungen, die jeder Unternehmer, egal wie groß seine Firma ist, kennen und umsetzen sollte. Noch lässt sich bis dato Versäumtes nachholen.
Die GoBD gilt für alle Wirtschaftsjahre ab dem 1. Januar 2015. Da die GoBD-Richtlinie allerdings grundsätzlich im Rahmen einer Betriebsprüfung kontrolliert wird, wird es erst in den Jahren 2018 oder 2019 ernst, wenn die Wirtschaftsjahre 2015 bis 2017 zur Betriebsprüfung anstehen. Nutzen Unternehmen EDV-Lösungen zur Buchung oder Archivierung digitaler Belege, muss jede nachträgliche Änderung nachvollziehbar protokolliert werden. Nur so können die Finanzbeamten nachträgliche Manipulationen zur Minderung von Umsatz oder Gewinn ausschließen.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von fidelC , 13:26 Uhr

Wir haben für Kunden Warenwirtschaftslösungen während der letzten zwanzig Jahre gebaut. Kleine Lösungen sind das, die speziell auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten wurden. Die Software hat den Betrieben richtig viel Geld gekostet, weil eben sehr viel Arbeit drin steckte um sie zu entwickeln. Die Finanzbehörde (ich sag mal einfach "Schäuble") schreibt nun vor, entweder eine Einzelprüfung der jeweiligen Software vom BSI durchführen zu lassen oder eine INSIKA Richtline einzuhalten, die von der ptb.de für die Taxiunternehmen der Stadt Hamburg entwickelt wurde.

Alles schön dachten wir. Da wird es dann wohl entsprechende OpenSource Komponenten geben, die man in die eigene Software einbinden kann um die Sache ans Laufen zu bringen. Aber weit gefehlt. Man bekommt von insika.org Beispiel-EXE Programme für Windows, dazu Windows Prüfprogramme die einen Check auf die Datenbestände durchführen. Keinerlei Quelltexte aber dafür haufenweise technische Spezifikationen dafür was bei den Prüfungen alles passieren muss, wie die Daten auszusehen haben usw.

Eigenen Abschätzungen zur Folge handelt es sich um eine sehr komplexe PKI-Infrastruktur deren Implementierung nicht einfach mal so nebenher gebaut wird. Das ist ein Aufwand bei dem kleine Unternehmen an die Grenze getrieben werden.

Was der Artikel verschweigt ist, dass es sich alleine um BARGESCHÄFTE dreht. Herr Schäuble möchte gerne das Bargeld abschaffen. Jeder Geschäftsmann der Barbezahlung entgegen nimmt ist davon betroffen. Was noch hinzu kommt: Die bisherigen Lösungen dürfen unter Strafandrohung nicht mehr vertrieben werden (ab 1.1.2019). Für uns als Dienstleister bedeutet das das "Aus" für den Geschäftsbetrieb da unsere Lösungen nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Herr Schäuble rechnet sich durch diese Maßnahme jedes Jahr Mehreinnahmen von 14 Mrd. €uro aus. Aufwand für den Staatsbetrieb: Null. Für die Wirtschaft: Vertretbar. Wieviel das effektiv kostet werden wir noch erfahren. Nach meiner persönlichen Einschätzung wird die hundert Mrd. Marke locker gerissen, da erst einmal eine Menge von Geschäften durch diesen Wahnwitz von Entscheidung zusperren. Aber vielleicht interessiert das den Herrn Finanzminister eh bald nicht mehr… vielleicht geht er dann "doch mal" in Rente?