CRN-Interview gebrauchte Software: »Augen auf beim Gebrauchtsoftwarekauf«

Im Interview mit CRN bekennt sich Boris Vöge, Geschäftsführer von Preo und der Gebrauchtsoftwarebörse Li-x, zur Transparenz gegenüber seinen Partnern und Kunden und erklärt, wo er die größten Chancen für den Fachhandel im Gebrauchtsoftwaremarkt sieht.

Boris Vöge ist Geschäftsführer von Preo und Li-x
(Foto: Preo)

CRN: Herr Vöge, wie haben sich der Markt für gebrauchte Software und Ihr Geschäft im vergangenen Jahr entwickelt und was haben Sie sich für 2017 vorgenommen?

Boris Vöge: Die Umsätze entwickeln sich für PREO sehr gut. Das Kalenderjahr 2016 schlossen wir mit rund 10 Millionen Euro ab. Auch die Softwarebörse li-x.com hatte ein sehr gutes Jahr und wächst vor allem im Bereich der Reseller, die zahlreich über li-x einkaufen. In diesem Jahr werden wir weiter wachsen, an unserem Standort in Hamburg rüsten wir personell auf und besetzen im ersten Quartal gleich mehrere neue Positionen in Vertrieb, Marketing und Entwicklung. Unser Umsatzziel für die Gesamtheit der Unternehmen liegt für dieses Jahr bei 20 Millionen Euro.

CRN: Das klingt nicht gerade so, als würden Sie einen Rückgang des Marktes durch die wachsende Verbreitung von Mietsoftware aus der Cloud befürchten?

Vöge: Der Schwung, der sich bereits im vergangenen Jahr abzeichnete, setzt sich im ersten Quartal 2017 rasant fort. Mietmodelle sind also keinesfalls ein Wachstumshindernis für gebrauchte Software. Im Gegenteil: Dort, wo Firmen in die Miete wechseln, wird frische Ware in den Markt gespült. Die Beschaffungslage ist zur Zeit entspannt, was sich in richtig guten Preisen für Unternehmen und Reseller von gebrauchter Software niederschlägt.
Für Reseller ist gebrauchte Software ein margenstarkes Produkt, das sie ganz einfach über li-x.com einkaufen und an Ihre Kunden ausliefern können. Mit voller Transparenz und der Sicherheit, dass ihre Kunden Audits damit bestehen. Reseller verlieren ihre Kunden nicht an die Cloud. Der Kunde wird zukünftig wieder zum Reseller kommen um auf neuere Releases zu migrieren.
Die Argumente gegenüber dem Kunden: Gebrauchte Software kostet im Einkauf weniger als Neuware, bei gleichem Funktionsumfang. Mögliche unabsehbare Preiserhöhungen der Mietmodelle bleiben den Unternehmen erspart.

CRN: Letzten Herbst hat Microsoft offiziell das Ende für Windows 7 Professional im OEM-Segment eingeläutet. Gibt es dadurch eine erhöhte Nachfrage nach gebrauchten Lizenzen von Unternehmen, die (noch) nicht auf Windows 10 umsteigen wollen?

Vöge: Die Nachfrage nach gebrauchten Windows Betriebssystemen ist ungebrochen hoch. Für die Erstausstattung machen Volumenlizenzen jedoch keinen Sinn, da es sich hierbei ausschließlich um Upgrades handelt. Interessant sind Volumenlizenzen im Bereich der Betriebssysteme für Unternehmen, die auf ein neueres Windows Release migrieren wollen – hier sind gute Geschäfte für Reseller möglich.