Ende der Sperrtafeln: Gema und Youtube beenden Streit

Nach sieben Jahren haben die Gema und Youtube ihren Streit um Urheberrechtsabgaben beigelegt. Sowohl für deutsche Künstler als auch für hiesige Internetnutzer bedeutet die Einigung einen Erfolg.

(Foto: fgnopprn - Fotolia)

Jahrelang hatten deutsche Musikfans bei Filmen auf Googles Videoplattform Youtube das Nachsehen. Statt aktuelle Hits oder auch in die Jahre gekommene Klassiker der Musikwelt auf Youtube ansehen zu können, blickten sie auf die inzwischen ikonographischen roten Sperrtafeln mit der Aufschrift: »Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der Gema bisher nicht einigen konnten. Das tut uns leid.« Was gegenüber dem Endanwender diplomatisch ausgedrückt wurde, war in Wirklichkeit ein über sieben Jahre zäh geführter Rechtsstreit zwischen der Google-Tochter und der Verwertungsgesellschaft mit zahlreichen Prozessen, die beide Seiten erhebliche Summen gekostet haben dürften.

Noch im Sommer vergangenen Jahres hatte die Gema einen Erfolg vor dem Oberlandesgericht Hamburg erzielen können, das Youtube dazu verdonnerte, Videos zu entfernen, bei denen eine Urheberrechtsverletzung gemeldet wurde. Dann aber konnte das Internetportal den Druck auf die Verwertungsgesellschaft vor allem durch separat abgeschlossene Verträge mit unterschiedlichen Publishern erhöhen. In der Folge waren immer mehr Videos auch in Deutschland abrufbar, die Gema blieb außen vor. Zudem urteilten in letzter Zeit immer mehr Gerichte wie das OLG München, dass Youtube als Portal nicht für die Inhalte seiner Nutzer haftbar gemacht werden könne und deshalb auch nicht zu Schadensersatzzahlungen verpflichtet sei.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 11:02 Uhr

die allenthalben geäußerte Euphorie mag auf die Musik hörenden KUNDEN zutreffen; von den KÜNSTLERN wird sie wohl nicht geteilt. Der Kuhhandel zwischen GEMA und YouTube sieht nämlich immer noch nicht vor, dass die GEMA erfährt, welche Videos im Detail wie oft aufgerufen wurden. Das behält YouTube (Google) für sich. GEMA erfährt nur pauschale Summen. Die absehbare Folge wird sein, dass wieder nur die großen Unternehmen der Musikindustrie von weiteren Einnahmen profitieren, während die kleinen Label und Musiker zu kurz kommen. Für die, die das Geld wirklich bräuchten und verdienten, ist dies ein Pyrrhussieg