Sparplan statt Übernahme: Kündigungswelle bei Twitter

Nachdem die potenziellen Kaufinteressenten wie Microsoft, Disney und Salesforce abgesprungen sind, droht Twitter nun ein harter Sparkurs. Ersten Informationen zufolge könnten fast zehn Prozent der Belegschaft entlassen werden.

Einige Twitter-Mitarbeiter müssen sich wohl schon bald nach einem neuen Arbeitsplatz umschauen
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Noch vor wenigen Wochen hatte Twitter auf eine regelrechte Traumhochzeit mit Kandidaten wie Apple, Disney, Google, Microsoft oder auch Salesforce gehofft, jetzt scheint jedoch alles ganz anders zu kommen. Weder die Bilanzen, noch das vom Unternehmen gesetzte Ultimatum für Übernahmeangebote bis Ende Oktober kamen bei den potenziellen Käufern besonders gut an, so dass sich inzwischen alle großen Namen aus dem Gebotsverfahren zurückgezogen haben. Deshalb gibt es nun statt einem rauschenden Fest in Weiß wohl eher bedrückte Stimmung in Schwarz. Im letzten Quartal wurde das niedrigste Umsatzwachstum seit dem Börsengang vor drei Jahren vermeldet und auch die am Donnerstag erwarteten neuen Zahlen dürften nicht viel besser aussehen. Die Analysten erwarten deshalb einen harten Sparkurs und Kündigungen beim einstigen Börsenstar. Laut der amerikanischen Nachrichtenagentur sollen etwa 300 Stellen gestrichen werden, was rund acht Prozent der Belegschaft entspricht. Twitter selbst hat bereits eingestanden, dass es Kündigungen geben wird, will diese Zahl aber nicht bestätigen. Darüber hinaus wurden auch die Pläne für ein neues Entwicklungszentrum in Indien eingestampft. Mit diesen neuen Entwicklungen sieht die Zukunft des Microblogging-Dienstes nun plötzlich nicht mehr ganz so rosig aus. Um sich gegen die wachsende Konkurrenz behaupten zu können, braucht Twitter dringend neue Ideen und Umsatzmodelle.