Texaner zahlt zwei Millionen in Mobile-Spiel: So teuer kann Free2Play werden

Ein Multimillionär aus Texas hat im Laufe der letzten vier Jahre mehr als zwei Millionen Dollar für In-Game-Einkäufe in einem kostenlosen Smartphone-Spiel ausgegeben.

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Dass »kostenlose« Onlinespiele schnell ganz teuer werden können, wenn sich kleine In-Game-Käufe zu erklecklichen Summen anhäufen, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Gerade Kinder haben die Kosten oft nicht unter Kontrolle und versetzen ihre Eltern in einen regelrechten Schockzustand, wenn dann eine Mobilfunkrechnung über mehrere Hundert Euro ankommt. Aber auch Erwachsene sind manchmal nicht vor der Sucht gefeit, sich durch den Einsatz von realem Geld besonders wertvolle Items oder auch Zeit in solchen Free2Play-Abenteuern zu erwerben. Welche Ausmaße das annehmen kann, zeigt eindrucksvoll der Fall des Texaners Stephen Barnes. Der 59-Jährige hat in den letzten vier Jahren mehr als zwei Millionen Dollar in das Mobile-Game »Modern War« investiert. Mit diesem enormen Einsatz und bis zu 80 Stunden Spielzeit pro Woche ist Barnes zum wohl wichtigsten Charakter im Spiel und auch für dessen Anbieter Gree aufgestiegen.

Doch für den Publisher hat dieser enorme Geldsegen nicht nur Vorteile. Denn als Gree Anfang des Jahres einige Änderungen am Spielsystem und wertvollen Items vornahm, rief der unter den Spielern wohlbekannte Barnes zu einer Boykottaktion auf, an der rund 6.000 Spieler teilnahmen. Damit setzten sie Gree finanziell so stark unter Druck, dass der Hersteller die meisten Änderungen zurücknehmen und versprechen musste, sich in Zukunft besser mit der Spielergemeinde über Anpassungen abzusprechen. Dabei könnte Barnes sich wahrscheinlich auch problemlos ein eigenes Spiel kaufen. Sein florierendes Elektrofachgeschäft in Houston hat ihn zum Multimillionär gemacht.