Teslas Autopilot in der Kritik: Autonomes Fahren auf Kosten der Sicherheit?

Ein internes Gutachten des Verkehrsministeriums bescheinigt Teslas Autopiloten eine »erhebliche Verkehrsgefährdung«. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hindert der Warnruf aber nicht daran, dem Hersteller Fördergelder in Aussicht zu stellen.

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Ende September krachte der Tesla eines 50-jährigen Deutschen auf der A24 in Richtung Hamburg in einen dänischen Reisebus, als das Elektroauto nach einem Überholvorgang wieder auf die rechte Spur wechselte. Laut Polizei war der Fahrassistent des Tesla Model S dabei eingeschaltet. Der Fahrer wurde zum Glück nur leicht verletzt, während die 29 Insassen des Busses mit dem Schrecken davon kamen.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Unfällen weltweit ein, an denen Teslas Autopilot beteiligt war. In den USA und in China gingen zwei davon tödlich aus. Zwar ging der Zusammenstoß auf der A24 in Brandenburg noch glimpflich aus, im Verkehrsministerium sah man sich jedoch veranlasst, den Fahrassistenten von Tesla intern unter die Lupe zu nehmen – mit erschreckendem Ergebnis. Denn wie das interne Gutachten laut Spiegel-Informationen bestätigt, stellt der Autopilot des Elektroautos eine »erhebliche Verkehrsgefährdung« dar. Die Experten im Ministerium fordern, dass das »Model S« des US-Herstellers aus dem Verkehr gezogen wird. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will trotz aller Warnungen den Tesla nicht von den deutschen Straßen verbannen, eher das Gegenteil. Mit Fördergeldern will er das Unternehmen unterstützen, Fahrassistenz-Systeme in deutschen Großstädten zu testen. Die Sicherheit spielt dabei anscheinend keine Rolle.

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