»Starke Bindung an Produkte und Amazon«: Verbraucherschützer kritisieren Dash-Button scharf

Amazon will seinen Dash-Button nach Deutschland bringen. Verbraucherschützer kritisieren das Konzept des Online-Händlers scharf.

(Foto: Amazon)

Letzte Woche wurde bekannt, dass Amazon seinen Dash-Button nach Deutschland bringen will (CRN berichtete). Mit ihm lassen sich per Knopfdruck Produkte des täglichen Bedarfs direkt beim Online-Händler bestellen. Gehen Waschmittel, Rasierklingen oder Katzenfutter aus, genügt ein Knopfdruck und per WLAN wird eine Amazon-Bestellung aufgegeben.

Jetzt hagelt es heftige Kritik von der Verbraucherzentrale NRW. Der Vorwurf: Die in Deutschland notwendige Beschriftung »zahlungspflichtig Bestellen« bei Online-Käufen fehlt beim Dash-Button komplett, hier genügt allein der Druck auf den unbeschrifteten Knopf, um eine Amazon-Bestellung auszulösen. »Das ist möglicherweise zu wenig und entspricht nicht den gesetzlichen Regelungen, die Verbraucher vor unbewussten Vertragsabschlüssen im Internet schützen sollen«, so die Verbraucherschützer. Auch weitere Angaben wie der Gesamtpreis und Informationen zum Widerrufsrecht würden Kunden auf dem Dash-Button nicht angezeigt. Was passiert beispielsweise mit Lieferungen die durch Drücken des Dash-Buttons von Gästen oder Kindern ausgelöst werden? Wer steht dann für den Kauf gerade?

Die Verbraucherschützer machen in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Punkt aufmerksam: Preise und Lieferzeiten finden Kunden nur auf der mit dem Button verknüpften Amazon-App. »Wer also auf den Button drückt, sieht nicht, ob sich der Preis mittlerweile verändert hat.« Bei Kaufverträgen aber sei der Preis ein zentrales Element — und er werde bei vielen Online-Händlern teil im stundentakt geändert. Zudem sei für den Kunden nicht erkennbar, ob das Produkt bei Amazon zum Beispiel über unabhängige Marketplace-Verkäufer günstiger zu bekommen sei.

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Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Michael Hoppe , 20:45 Uhr

Der "One Click Button Einkauf" wird Schritt für Schritt den stationären Einzelhandel in Arge Nöte bringen! Ein Disaster für den deutschen Mittelstand und in der Folge die deutsche Wirtschaft? Viele der 2.5 Millionen Mittelstandsbetriebe und Einzelhändler, die heute in 11.200 ländlichen Kommunen 65 Millionen Bürger versorgen und dort ihre Gewerbesteuer zahlen, werden abgeschafft. Ob das gut ist? Welche Kettenreaktionen könnte das auslösen? Ich habe nichts gegen Amazon. Denn was Amazon bietet (und das finde ich angenehm) einen Warenkorb der Superlative, der es erlaubt, alles zu suchen und alles zu finden. Für mich als faulen Kosnumenten genau das was ich immer gesucht habe. Das ist aber genau die Crux! Es könnte daraus sehr schnell ein angloamerikanischen Online-Monopol entstehen. Gut aupassen lieber stationärer Einzelhandel! Da muß was passieren.