CRN-Kopfnuss: QR-Codes als Türöffner: 500 Zeilen für ein Schlaraffenland

Mit den richtigen Programmierkenntnissen lassen sich passende QR-Codes für jede Lebenslage erstellen. Sogar für das Schlaraffenland, wie die Kopfnuss herausgefunden hat.

(Foto: doris oberfrank-list - Fotolia)

Monatelang hat man sich darauf gefreut und für diese zwei Wochen auf alles verzichtet: die wöchentliche Einkaufstour im Appstore wurde eingespart, das neueste Album unter hoher Gefahr wieder illegal besorgt, statt bei iTunes dafür bezahlen zu müssen. Ja selbst auf die Butter beim Butterbrot wurde verzichtet, um den daheimgebliebenen Kollegen auf der mallorquinischen Finka per Selfiestick eine lange Nase zu drehen. Doch schon am Checkin verfliegt die Urlaubslaune zwischen Kevin und Ronny, die über Nacht aus Bautzen angereist sind, um eine Woche lang im »Oberbayern« den Stress des vergangenen Arbeitsjahres hinfortzuspülen. Während die Luft immer mehr einem Schnaps in Gasform gleicht, blickt man sehnsüchtig zur anderen Seite der Abflughalle, wo Mr. und Mrs. Business ihre Blackb… äh iPhones auf ein Lesegerät legen, um Zugang zur First-Class-Lounge zu erhalten.

Statt Bierfahnen soll es dort Massagen geben, statt Korn wird Gin gereicht – und alles für lau. Man munkelt, ein normaler Tag soll selbst die ausschweifendsten Feiern der Hamburg Mannheimer-Obersten in den Schatten stellen. Doch für Normalos wie Ronny, Kevin und einen selbst wird dieses Schlaraffenland der Meilensammler immer unerreichbar bleiben — es sei denn, man ist Programmierer. Dem findigen Experten Przemek Joaroszewski ist es nun gelungen, den für den Zugang notwendigen QR-Code mit 500 Zeilen Javascript zu erstellen. Zack ist er dort, wo vollbusige Gespielinnen ihm mit überdimensionierten Palmwedeln Luft zufächern. Ave Przemek!

Benebelt von Ronnys und Kevins Atem schweift man ab und stellt sich vor, welche Möglichkeiten einem universelle QR-Codes eröffnen würden: Bei Burger King könnte man sich den High-King-XXXL bestellen, mit 13 Lagen Fleisch, dafür ohne Gemüse. Die Beleger würden zwar blöd gucken, aber der QR-Code lügt nicht. Bei Euronics würde man per App einen 120-prozentigen Rabatt auf den neuesten Hisense 120 Zoll 360 Grad Curved-TV bekommen, bei Tchibo für die neuesten Bio-Baumwollunterhosen nicht zahlen müssen. Das Beste: Per QR-Code in der Amazon-App kann man mit der neuen »Amazon One« in den Urlaub fliegen und Kevin und Ronny in ihrem Dunst stehen lassen; selbst die Kanzlerin würde sich dann mit einem optimistischen »Wir schaffen das« beim Anfänger-Programmierkurs der Berliner VHS einschreiben.