Auf dem Weg zum Digital Workplace: Innovative Arbeitsplätze entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit

Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Moderne Technologie erleichtert den Alltag und verändert dadurch auch die Art und Weise zu arbeiten. Mitarbeiter stellen neuen Anforderungen an ihren Arbeitsplatz, und die Unternehmens-IT muss darauf reagieren. Anwenderfreundlich und zu jeder Zeit auf jedem mobilen Endgerät verfügbar – das ist der angestrebte Digital Workplace.

(Foto: IDC)

Die Modernisierung von Arbeitsplätzen wird laut der IDC-Studie »Advances Workplace Strategies in Deutschland 2016« in den kommenden Jahren eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Studie belegt, dass Anwender und IT-Verantwortliche (46 Prozent) moderne Arbeitsplätze als wichtiges Handlungsziel erachten, da diese über Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität eines Unternehmens entscheiden können. Deshalb rücken virtuelle Arbeitsplätze aus der Public Cloud verstärkt in den Fokus. Jedes zweite Unternehmen will 2017 virtuelle Arbeitsplätze aus der Public Cloud bereitstellen. Der Grund: Applikationen und Dokumente können geräteunabhängig abgerufen werden, sodass Mitarbeiter moderne Devices ihrer Wahl nutzen können. Das verbessert die Mitarbeiterproduktivität. Ein Punkt, der auch für Dominic Schmidt-Rieche, Director End User Computing Deutschland bei VMware AirWatch, eine wichtige Rolle spielt: »Business-Mobilität bildet die Grundlage für Innovationen am Arbeitsplatz. Sie macht sich die Fortschritte von mobilen Technologien und Arbeitsweisen zunutze und schafft ein neues Umfeld, in dem Mitarbeiter noch effektiver sein können. Um eine Transformation herbeizuführen, sollten sich Organisationen zunächst über ihre Bedürfnisse im Klaren sein.«

Mobiles Arbeiten bisher nur begrenzt möglich

Das Leitmotto, das laut der IDC-Studie für einen modernen Arbeitsplatz gilt, lautet: »Any Place, Any Time.« Das weiß auch Schmidt-Rieche: »Im Kern geht es bei zeitgemäßen Arbeitsplatzkonzepten darum, Mitarbeitern mobiles Arbeiten zu ermöglichen, sodass diese zu jeder Zeit und an jedem Ort auf benötigte Daten und Applikationen zugreifen, mit Kunden in Interaktion treten und mit verteilten Teams zusammenarbeiten können.« Doch mobiles Arbeiten ist nur eingeschränkt möglich: Anwender können bislang lediglich auf jede zweite Anwendung (52 Prozent) geräteunabhängig zugreifen. Obwohl die Modernisierung des Arbeitsplatzes einen hohen Stellenwert hat, hinken die Unternehmen in der Umsetzung hinterher. Mark Alexander Schulte, Senior Consultant bei IDC und Projektleiter der Studie, sieht den Grund darin, dass die Workplace-Modernisierung in der Vergangenheit oft wegen anderer Themen mit höherer Dringlichkeit zurückgestellt wurde. Die Hauptaufgabe der IT sei bisher die Verbesserung der Sicherheit gewesen, doch sollte hinterfragt werden, ob sich IT-Entscheider nicht zu sehr auf die Absicherung von Daten und Informationen fokussieren würden. Das stelle das Business Enablement hintenan. »In vielen Unternehmen sehen wir einen erheblichen Investitionsstau, der dringend abgebaut werden muss.«

Mobile und stationäre Technologien verschmelzen

Alle Altersklassen haben der Studie zufolge den Wunsch nach modernen Arbeitsplätzen. Am unzufriedensten mit der derzeitigen technologischen Ausstattung sind aber vor allem die Young Professionals der Generation Y. Die 18- bis 35-Jährigen leben einen »always-on«-Lifestyle und nutzen privat zum Teil leistungsstärkere Technologie als bei der Arbeit. »Der Trend geht hin zu einer Verschmelzung von Arbeitswelt und Freizeit«, erläutert Lena-Alice Ackermann, Head of Group Unified Comms Propositions bei Damovo.

Mitarbeiter müssen mittlerweile von überall aus arbeiten können, sodass sich mobile und stationäre Technologien nach und nach vereinen. Damit es nicht zu einem Wildwuchs an verschiedenen Plattformen innerhalb des Unternehmens kommt, sollte eine einheitliche Lösung gefunden werden. Die Erwartungen an ein solches Unified Workspace Management sind groß: 45 Prozent der IT-Entscheider setzen darauf, dadurch Anwender-Support und Zugriffsrechte vereinfachen zu können. 41 Prozent erhoffen sich niedrigere Kosten, zum Beispiel durch Tool-Konsoldierung. Vereinfachung und weniger Komplexität ist das Ziel. aller befragten mittelständischen Betriebe nutzen bereits Fast jeder dritte befragte mittelständische Betrieb (32 Prozent) setzt deshalb vermehrt auf ein Desktop-as-a-Service-Modell (DaaS) und wird in den kommenden zwölf Monaten ihre virtuellen IT-Arbeitsplätze in die Public Cloud verlagern. 18 Prozent der mittelständischen Unternehmen nutzen DaaS bereits. Das Hosting in deutschen Rechenzentren, geringe Initialkosten und weniger Komplexität als beim Aufbau einer eigenen VDI-Umgebung sowie die zu erwartende steigende Mitarbeiterproduktivität machen das Delivery-Modell attraktiv.

Entscheidend dafür, dass Veränderungsprozesse reibungslos funktionieren ist laut der IDC-Studie aber auch, dass die Mitarbeiter den Mehrwert neuer Technologien verstehen. Derzeit tun sich 28 Prozent der Mitarbeiter schwer mit Veränderungen. Und auch die organisatorischen Weichen müssen gestellt werden. Flexible Arbeitskonzepte brauchen kulturellen Wandel und ein Management, das diesen vorlebt.