Neue Verhandlung über Auslieferung: Kim Dotcom feiert das »Gute Leben«

Der oberste Gerichtshof Neuseelands hat die von den USA beantragte beschleunigte Abarbeitung der Auslieferung von Kim »Dotcom« Schmitz erneut auf Eis gelegt. Schmitz feiert die Entscheidung mit der Veröffentlichung eines eigenen Musikalbums.

Kim Dotcom kann sich vorerst zurücklehnen und auf den Sommer freuen
(Foto: Kim Dotcom)

Das jahrelange Tauziehen um die Auslieferung von Kim »Dotcom« Schmitz geht – wieder einmal - in die nächste Runde. Nachdem erst kurz vor Weihnachten ein neuseeländisches Gericht überraschend entschieden hatte, dass der deutsche Internetunternehmer ausgeliefert werden darf, sah es zunächst schlecht aus für Schmitz, dem in den USA bis zu 20 Jahre Haft drohen. Die USA versuchten daraufhin, das Auslieferungsersuchen bei den Justizbehörden in Neuseeland zu beschleunigen. Doch Schmitz wollte das Urteil nicht auf sich sitzen lassen und erneut Berufung gegen den Beschluss eingelegt. Das Verfahren dafür vor dem obersten neuseeländischen Gerichtshof wurde für Ende August angesetzt. Dabei wollen sich die hohen Richter offenbar nicht von den USA unter Druck setzen lassen und haben jetzt einen weiteren Eilantrag der USA zur beschleunigten Abarbeitung des Berufungsverfahrens abgelehnt. Die Materie sei so komplex, dass allen Seiten genügend Zeit gegeben werde müsse, sich ausreichend darauf vorzubereiten, so der zuständige Richter am Dienstag.

»Ich habe dort nie gelebt, ich bin dort nie hin gefahren und ich hatte dort kein Unternehmen. Trotzdem gehört jetzt alles, wofür ich je gearbeitet habe, den USA«, drückte Dotcom auf Twitter erneut sein grundsätzliches Unverständnis für das Vorgehen der USA in seinem Fall aus. Er argumentiert weiterhin, dass nicht er selbst die von den USA beklagten Urheberrechtsbrüche begangen habe, sondern die Nutzer seines damaligen Online-Portals Megaupload. Als Betreiber des Dienstes habe er dafür gesorgt, dass entsprechende Löschanfragen von Film- und Musikstudios jeweils direkt umgesetzt wurden. Somit sei ihm nichts vorzuwerfen.

Anstatt sich weiterhin vom ewigen Hickhack um seine Person herunterziehen zu lassen, orientiert sich Schmitz derzeit lieber am New Economy-Motto »work hard, play hard«. Diese Einstellung bringt er auch in seinem jetzt erschienenen ersten Musikalbum »Good Times« und der ersten Singleauskopplung »Good Life« deutlich zum Ausdruck. Im Videoclip dazu sieht man unter anderem einige der Nobelkarossen und das luxuriöse Anwesen »Dotcom Mansion«, auf dem der Selfmade-Internetmillionär in Neuseeland lebt und – trotz aller Widrigkeiten – das gute Leben feiert:

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von DJ Rolling Stone , 19:29 Uhr

Offensichtlich scheinen die neuseeländischen Richter ziemlich gut auf die kurz vor Weihnachten in Gang gesetzten Tränendrüsen von Schmitz anzusprechen.

Wohingegen Kim Dotcom mit dem Video jetzt ganz klar vor den Amis mit seinem Luxus protzen und ihnen die lange Nase zeigen möchte, weil sie ihn erst einmal nicht ausgeliefert bekommen.