CRN Kopfnuss: Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann

Abo- und Lizenzierungsmodelle erlauben Kunden, die aktuellsten Produkte für einen kleinen monatlichen Preis zu haben. Hersteller freuen sich über die steten Einnahmen. Problematisch wird es nur, wenn der Käufer-Markt gesättigt ist.

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Die neue Wohnungseinrichtung wird per Null-Prozent-Finanzierung problemlos in Raten bezahlt, da fällt das fünfte Streaming-Abo für den monatlich abzustotternden Smart-TV kaum noch ins Gewicht. Beim abend-lichen Surfen auf der Couch landet mal eben schnell die Office-Lizenz für einen monatlichen Obolus im virtuellen Warenkorb. Dank der Leasing-Gebühr ist neben dem Auto auch die Software-Version immer up to date.

Das freut nicht nur die Anbieter, die über einen kontinuierlichen Geldfluss verfügen, sondern auch den Kunden, der sich teure Anschaffungen dank des monatlichen Bezahlmodells ohne Probleme leisten kann. Doch das Ende dieser heilen Welt ist zumindest bereits für die Hersteller in Sicht. Sobald sie es geschafft haben, alle Nutzer in monatlich zahlende Cash-Cows zu verwandeln, wird es schwer, neue Zuwächse zu generieren. Spätestens dann beginnt für sie der Kampf um die Abonnenten der Konkurrenz.

In internen Kreisen wird daher bereits bei einigen Herstellern über neue Vertragsinhalte diskutiert. So sind beispielsweise für Word schon Modelle wie eine zeitbasierte Abrechnung für Schnellschreiber oder eine Volumenabrechnung nach Zeichen-zahl für Wenigschreiber im Gespräch. Schließlich gilt immer noch: Je besser das Angebot die individuelle Nachfrage bedienen kann, desto wahrscheinlicher kann man Nutzer zum Wechsel animieren.

Andere Anbieter wollen hingegen einen anderen Weg einschlagen. Naht beispielsweise das Ende der Windows-Lizenz, ziehen IBMs und Apples Schergen los, um den Microsoft-Anwender von den Vorteilen von Linux zu überzeugen oder ihm den Kauf von Apple-Geräten ans Herz zu legen. Wer nicht einwilligen will, den soll ein prallgefüllter Koffer von den Vorteilen überzeugen. Zur Kostenamortisierung verlängert sich dementsprechend die Lizenzlaufzeit über die gewohnten 24 Monate hinaus. Wie ein Insider bestätigt, wird in diesem Zusammenhang bereits eine große Zahl an Pferdegestüten aufgekauft. Schließlich gilt ein Pferdekopf im Bett als ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.