CRN-TV mit Uwe Hüfner und Kristian Krause: »Der Fachhandel hat von Office 365 wenig«

Im Interview mit CRN-Chefredakteur Martin Fryba sprechen die beiden Tarox-Experten Uwe Hüfner und Kristian Krause über Windows 10 und Office 365 und welche Chancen und Probleme die beiden Microsoft-Produkte für den Fachhandel mit sich bringen.

Martin Fryba (rechts, CRN) im Gespräch mit Uwe Hüfner (mitte) und Kristian Krause (beide Tarox)
(Foto: CRN)

Mit der Veröffentlichung von Windows 10 am 29. Juli dieses Jahres wird Microsoft ein neues Zeitalter nicht nur für die Kunden, sondern auch für Hersteller und Fachhandel einläuten. Auf der Tarox Inside 2015 gab Uwe Hüfner CRN-TV einen ersten Ausblick darauf. Neben der freien Auswahl zwischen Kachel- und Desktop-Modus hob er dabei insbesondere die verbesserte Sicherheit sowie den nahtlosen Übergang der Produktivität über verschiedenste Geräte hinweg hervor. Deshalb will Tarox seinen Partnern auch möglichst sofort ab dem Verkaufsstart entsprechende Geräte und Lösungen anbieten, plant dabei allerdings auch vorerst eine Downgrade-Option mit ein. Obwohl auch die OEM-Partner noch nicht genau wissen, wie das Lizenzmodell aussehen wird und was Windows 10 für sie kosten wird, bestätigt Hüfner die Beobachtungen der CRN und geht davon aus, dass Microsoft sein Geld beim neuen Betriebssystem vorrangig über den App Store und Werbeflächen verdienen will.

Weitaus weniger Chancen sieht sein Kollege Kristian Krause bei Office 365 für den Fachhandelskanal. Durch das Abomodell werde der Channel nach und nach aus dem Vertrieb gedrängt und könne somit fast nur noch über den Service an diesem wichtigen Produkt verdienen. Zudem hätten gerade viele deutsche Kunden Vorbehalte dagegen, ihre Daten den Clouds der drei großen US-Anbieter anzuvertrauen. Welche Wege aus diesem Dilemma führen können, zeigt Tarox selbst seinen Partnern auf.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Simon Scheve , 13:24 Uhr

Die Stellungnahme zu Office 365 kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Produkte sind auch im Handelsgeschäft absolute Wachstumstreiber. Seit etwa 3 Monaten (März/April) entwickeln sich die Verkaufszahlen für O365 kontinuierlich.

Systempartner können viele Ansätze finden, O365 in das eigene Geschäft zu integrieren. Auch die Scheu vor Onlinediensten nimmt rapide ab. Immer mehr Mittelstandspartner erwägen den Einsatz von Office 365. Vielen Kunden ist nicht bekannt, dass Office nach wie vor auch offline verwendet werden kann.

Es zeichnet sich aber ab, dass grade die Onlinedienste wie Exchange-Online und Skype for Business die Verkaufszahlen steigen lassen. Microsoft bietet hier eine einfache Infrastruktur, die einmalige Investitionskosten deutlich senkt. Wir bei everIT empfehlen hybride Strukturen aufzubauen. Dadurch verliert der Handel keinesfalls die Bindung zum Kunden und der Zugang zu Offline-Systemen bleibt gewahrt.

O365 Lizenzierung hat bei uns bereits in einigen Segmenten die altbekannte On-Premise Lizenzierung deutlich abgehängt. Wir haben mit unseren Partnern Projekte realisiert, von denen wir vor einigen Monaten noch nicht einmal geträumt haben.

Um ehrlich zu sein - ich verstehe jede skeptische Meinung zum Thema Office365. Wir selber haben lange Zeit nicht an eine positive Trendwende geglaubt. Microsoft wird sein Szenario aber sicherlich fortsetzen. Es bleibt uns Distributionsunternehmen und dem Handel nicht anderes übrig, als auf die Handelstreue des Herstellers zu setzen und durch Leistung zu überzeugen.