Steuerhinterziehung und Betrug: 6 Jahre Haft für PC Fritz Chef

Das Landgericht Halle hat heute das abschließende Urteil gegen den Hauptverdächtigen im Fall PC Fritz gesprochen. Der angebliche Hintermann muss für sechs Jahre und drei Monate hinter Gitter.

Über ein Jahr nach dem unrühmlichen Ende des Onlinehändlers PC Fritz hat das Landgericht Halle jetzt das erste abschließende Urteil gesprochen. Dabei wurde der vom ehemaligen Geschäftsführer Maik Mahlow mehrfach als Drahtzieher hinter dem betrügerischen Händler beschuldigte Firat C. zu insgesamt sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Das hat das Landgericht auf Anfrage von crn.de jetzt bestätigt. Bereits Anfang März hatte das Landgericht den Mann, der nach eigener Aussage lediglich das Marketing des Unternehmens betreut hatte, wegen Steuerhinterziehung zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Im heutigen Prozess war es dann noch um die Vorwürfe des gewerbsmäßigen Betrugs und Urheberrechtsverstöße gegen ihn gegangen. Nachdem der Angeklagte sich geständig gezeigt und dabei die Schuld wiederum Mahlow zugeschoben hatte, konnten seine Anwälte den heutigen Deal mit dem Gericht erzielen und die ursprünglich von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe von 15 Jahren unter Einbeziehung aller Anklagepunkte aus beiden Verfahren deutlich reduzieren.

Wann C. seine Strafe antreten wird, ist noch nicht bekannt. Derzeit ist der Haftbefehl gegen ihn ausgesetzt und er befindet sich gegen eine Kaution von einer halben Million Euro auf freiem Fuß. Nachdem die Verfahren gegen ihn damit abgeschlossen sind, hat C. bereits angekündigt, sich in den nächsten Tagen zu seiner Version der Geschichte äußern zu wollen. Das Verfahren gegen drei weitere Angeklagte läuft unterdessen weiter. PC Fritz hatte laut den Ermittlungen der Behörden Millionen gefälschter Windows-Datenträger und COAs verkauft.