Stühlerücken bei Oracle: Larry Ellison tritt (nicht) zurück

Larry Ellison, Chef und Gründer des IT-Riesen Oracle, gibt seine formale CEO-Position auf, bleibt aber anscheinend weiterhin die prägende Gestalt seines Unternehmens.

Larry Ellison
(Foto: Oracle)

Am Donnerstag hat Oracle mitgeteilt, dass Larry Ellison die Position des Chief Exexutive Officer (CEO) aufgibt, die er seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1977 innehatte. Ellison übernimmt stattdessen die Funktionen des Executive Chairman als Leiter des beaufsichtigenden Verwaltungsrats mit operativen Befugnissen sowie des Chief Technology Officer (CTO). Der bisherige Chairman von Oracle, Jeff Henley, wird als Vice Chairman weiterarbeiten. Die für Software- und Hardware-Engineering verantwortlichen Manager berichten weiterhin direkt an Ellison.

Die CEO-Rolle teilen sich bei Oracle künftig Mark Hurd, bislang President und nun für Vertrieb, Service und Branchenlösungen verantwortlich, und Safra Catz, bislang ebenfalls President sowie Chief Financial Officer (CFO) und nun für Finanzen, Rechtsangelegenheiten sowie die Fertigung zuständig. Die Zuständigkeiten von Catz und Hurd bleiben unverändert, ihre bisherigen Positionen werden nicht neu besetzt. Sie berichten nicht mehr direkt an Ellison, sondern an den Verwaltungsrat – den Ellison leitet. »Wir drei haben die letzten Jahre gut zusammengearbeitet. Dieses Management-Team zusammenzuhalten, war immer eine meiner obersten Prioritäten«, erläuterte Ellison. »Es wird absolut keine Veränderungen geben«, bekräftigte Catz. Schon seit Jahren nehmen Catz und Hurd dem inzwischen 70jährigen viele Aufgaben des Tagesgeschäfts ab. Ellison geht gern aufwendigen Hobbies nach, sein Privatvermögen wird auf rund 50 Milliarden Dollar geschätzt.

Ellison will sich weiterhin in Vollzeit um die Strategie, die technologische Weiterentwicklung und die Produkte des Unternehmens kümmern. Ursprünglich mit relationalen Datenbanken gestartet, kamen später betriebswirtschaftliche Anwendungen hinzu. Seit der Sun-Übernahme hat Oracle auch Hardware ins Portfolio integriert. Im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft hinkt das Unternehmen allerdings hinterher.