Anhaltende Probleme mit Linux: Stadt München erwägt Rückkehr zu Windows

Nach angeblich erfolgreichem Umstieg auf quelloffene Software lässt der neue Oberbürgermeister Münchens die Rückkehr zu Microsoft-Technologien prüfen.

Die Linux-basierte IT der bayerischen Landeshauptstadt kommt auf den Prüfstand. (Foto: Stadt München)
(Foto: Stadt München)

Vor zehn Jahren hatte der Münchner Stadtrat beschlossen, die kommunale IT auf Linux und Open Source umzustellen und die Betriebssysteme und Büroprogramme von Microsoft abzulösen, um Kosten zu sparen. Selbst bei einer legendären Autofahrt zum Flughafen konnte der damalige Microsoft-CEO Steve Ballmer den langjährigen SPD-Oberbürgermeister Christian Ude nicht davon abbringen.

Anscheinend ging es mit der Migration gut voran. Vor acht Monaten sagte noch die Dritte Bürgermeisterin, Christine Strobl, SPD, rund 15.000 Rechner seien umgestellt, der Wandel wäre erfolgreich vollzogen. Seit Mai jedoch ist Ude im Ruhestand und sein Parteifreund Dieter Reiter neuer Oberbürgermeister, außerdem wurde ein Kandidat der CSU, Josef Schmid, Zweiter Bürgermeister. Nun ist offiziellen Aussagen Schmids und Reiters zufolge auf einmal alles anders, wie am vergangenen Wochenende in der Süddeutschen Zeitung zu lesen stand: Die Unzufriedenheit der Benutzer mit Linux halte an, es gebe weiterhin Kompatibilitätsprobleme bei der Kommunikation nach draußen, die Anwendungsprogramme hinkten denen bei Windows hinterher und Kosteneinsparungen seien fraglich, weil viel selbst programmiert werden müsse. Eine Kommission soll nun die Rückkehr zu Microsoft-Produkten prüfen.