Von fehlender Lizenz bis Raubkopie: Jede vierte Software läuft illegal

24 Prozent aller im vergangenen Jahr auf deutschen Rechnern installierten Programme waren nicht lizenziert. Weltweit liegt die Quote bei 43 Prozent. Die BSA schätzt den dadurch entstandenen Schaden auf 63 Milliarden Euro.

Unlizenzierte Software ist kein Kavaliersdelikt, aber dennoch auch in deutschen Unternehmen weit verbreitet. (Bild: Focus Pocus LTD - fotolia.com)
(Foto: Focus Pocus LTD - fotolia.com)

Beinahe jedes vierte Programm, das im vergangenen Jahr auf deutschen PCs installiert wurde, war laut BSA nicht oder nicht richtig lizenziert. Die internationale Allianz der Softwarehersteller zur Eindämmung von Piraterie und illegaler Nutzung von Software geht davon aus, dass der deutschen ITK-Wirtschaft alleine durch die fehlenden Lizenzen ein Umsatz von mindestens 1,5 Milliarden Euro entgangen ist. Weitere Faktoren wie damit zusammenhängende Serviceangebote und Dienstleistungen treiben den Gesamtschaden weiter in die Höhe. Doch auch den Anwendern der Programme droht dadurch von mehreren Seiten Schaden. »Unlizenzierte Software stellt ein Security-Risiko dar, das vor dem Hintergrund der verbesserten Sensibilität für Sicherheitsfragen nicht ignoriert werden darf. Es sollte Teil jeder Security-Strategie sein, den Einsatz korrekt lizenzierter Software sicher zu stellen«, warnt Thomas Buchholz, Chair des BSA Committee in Deutschland.

Im weltweiten Vergleich liegen Deutschland und Europa (31 Prozent) mit diesen Werten sehr gut. Größter Ausreißer ist hier Frankreich mit 36 Prozent nicht lizenzierter Software und einem verursachten Schaden von 2,7 Milliarden US-Dollar. Damit verursachen die Franzosen weltweit den fünftgrößten Schaden durch fehlende Lizenzierung. Global betrachtet sind laut der Studie im Durchschnitt 43 Prozent aller genutzten Programme nicht lizenziert. Der nicht bezahlte Wert dieser Software beläuft sich auf 62,7 Milliarden Dollar. Am besten ist die Quote mit 19 Prozent in Nordamerika. Durch die höhere Technisierung ist in den USA allerdings auch wesentlich mehr Software im Einsatz, als in den anderen Ländern. Deshalb stehen die USA trotz der niedrigsten Quote beim direkten wirtschaftlichen Schaden mit 11 Milliarden Dollar klar an erster Stelle.

Besonders stark verbreitet ist die Nutzung von Raubkopien und unlizenzierter Software in Schwellenländern und Wachstumsmärkten. »Dort sind mittlerweile drei Viertel aller unlizenzierten Programme im Einsatz«, so Buchholz. In der Region Asien/Pazifik sind beispielsweise 62 Prozent der genutzten Programme nicht lizenziert. So bringt es etwa China bei 3,1 Milliarden Dollar bezahlten Lizenzgebühren auf satte 8,8 Milliarden Dollar nicht bezahlter Softwarelizenzen. Eine eklatante Lücke zwischen legaler und nicht legaler Nutzung, die sich stetig ausweitet.

Übersicht