Abschied eines alten Freundes: Windows XP: Ein Titan geht in Rente

Nach fast 13 erfolgreichen Jahren ist heute der letzte Tag für Microsofts Erfolgsmodell Windows XP gekommen. Viele bleiben dem Betriebssystem, das die PC-Welt geprägt hat wie bisher kein Zweites, trotzdem weiterhin treu.

Heute heisst es: Abschied von der grünen Wiese auf dem Desktop. (Bild: Microsoft)

Als Microsoft am 25. Oktober 2001 sein neues Betriebssystem Windows XP auf den Markt brachte, war es eine Revolution für private wie professionelle PC-Nutzer zugleich. Statt weiterhin zwei unterschiedliche Entwicklungsstränge für die Nutzergruppen bereit zu halten, führte Microsoft in der neuen Windows eXPierence (Erfahrung) die Stabilität des professionellen NT-Kernels aus Windows 2000 mit der einfachen Nutzerführung des sonst weitgehend unbrauchbaren Windows Millennium Edition (ME) für Endkunden in insgesamt 45 Millionen Zeilen Code zusammen. Und das klappte überzeugend gut. Die kritischen Stimmen, die diese Vereinigung zuvor noch für unmöglich gehalten hatten, verstummten schnell und XP wurde zum erfolgreichsten Windows aller Zeiten. Über 67 Millionen Mal hat sich XP in seinen 24 Sprachversionen alleine im ersten Jahr verkauft.

Dafür verantwortlich waren neben der bisher ungekannten Stabilität selbst in heterogenen Umgebungen vor allem zahlreiche neue Funktionen und Möglichkeiten. So war es das erste Windows-Betriebssystem, in dessen Entwicklung die zunehmende Internetnutzung eingeflossen war. Neben dem Browser Internet Explorer 6 war dafür beispielsweise auch erstmals eine eigene Firewall integriert, mit der die Nutzer automatisch zumindest einen Basisschutz gegen Angriffe hatten. Auch der bei den Vorgängern noch sehr instabil funktionierende USB-Anschluss konnte bei XP endlich voll eingesetzt werden um verschiedenste Geräte wie Speicher, Drucker und Scanner, Kameras oder auch CD-Brenner anzuschließen. Ähnlich weitgehend verbessert wurde auch die Multimedia-Unterstützung. Der Mediaplayer wurde verbessert und zu einem festen Bestandteil, Bilder konnten nun ordentlich archiviert und im Explorer zu Diashows zusammengefasst werden.

Für Unternehmenskunden waren besonders neue Funktionen wie die Verwaltung von Firmengeräten per Remote Desktop, die einfache Installation, Migration und Wartung, erweiterte Netzwerkfähigkeiten sowie eine optimierte Nutzerverwaltung vorteilhaft. Dazu kam die Unterstützung für Dualcore-Prozessoren, mit der das alte Gigahertz-Rennen dem heute noch aktuellen Ausbau der Anzahl an Prozessorkernen weichen musste. Den Endkunden gefiel vor allem die völlig neue, übersichtliche Benutzeroberfläche, mit der nicht nur das Multitasking wesentlich vereinfacht wurde. Zudem bot XP eine schier unendliche Palette an Hilfsprogrammen, um weniger versierten Nutzern die Installation und Nutzung zu erleichtern.

Erinnerung an alte Zeiten: Die Startsounds alter Windows-Versionen finden Sie in diesem Beitrag.