Browser vs Betriebssystem: Mozilla stoppt Firefox für Metro

Mozilla hat überraschend angekündigt die Entwicklung der Firefox-Version für die Kachel-Benutzeroberfläche von Windows 8 einzustellen.

Vorerst wird es nun doch keinen Firefox geben, der sich in die Touch-GUI von Windows 8 integriert. (Bild: Mozilla)

Mozilla hat die Entwicklung einer Adaption seines Browsers Firefox für die neue Benutzeroberfläche von Windows 8 im Kachel-Design mit sofortiger Wirkung gestoppt. Dabei sollte die als MetroFX bezeichnete Software eigentlich in den nächsten Wochen fertiggestellt und veröffentlicht werden. Im Unternehmensblog erklärt Vizepräsident Johnathan Nightingale, dass sich der Aufwand für die Entwicklung aufgrund der Abneigung der Nutzer gegen die Benutzeroberfläche schlichtweg nicht lohne. Seit man Anfang 2013 mit der Arbeit an einer eigenen Browser-Version für das Kachel-Design begonnen habe, beobachte man das Interesse an deren Nutzung bei den eigenen Kunden genau. Mit erschütterndem Ergebnis. »Wir haben täglich Millionen von Nutzern, die Vorab-Versionen von Firefox auf ihrem Desktop testen. Es gab allerdings in den letzten Monaten keinen einzigen Tag, an dem wir mehr als 1.000 aktive Nutzer auf der Metro-Oberfläche registriert haben«, so Nightingale.

Wie der Mozilla-Manager weiter erklärt, habe man in den vergangenen Tagen fieberhaft diskutiert, ob man die Software dennoch auf dem aktuellen Stand veröffentlichen sollte. Dadurch hätte man jedoch die Nutzer zu unfreiwilligen Testern gemacht und sich selbst in der Verpflichtung gesehen, den Metro-Firefox auch weiter zu entwickeln. Da dies der Vorstellung des Unternehmens von guter Software wiederspricht, habe man sich jetzt entschlossen lieber komplett die Reißleine zu ziehen und das Projekt vorerst zu beerdigen. Dadurch riskiere Mozilla zwar ins Hintertreffen zu geraten, sollte Metro doch noch zum Höhenflug ansetzen. Dieses Risiko sei Mozilla allerdings wesentlich lieber, als eine Menge Zeit und Geld in eine Entwicklung zu investieren, die sowieso nicht genutzt werde. Lieber verwende man die Ressourcen für sinnvollere Projekte, erklärt Nightingale weiter.