Neues Platform-as-a-Service-Angebot: IBM rüstet sich für hybride Clouds

IBM investiert eine weitere Milliarde Dollar in den Ausbau des Cloud-Angebots. In der neuen PaaS-Umgebung Blue Mix wirkt Open-Source-Software mit IBM-Middleware auf SoftLayer-Ressourcen zusammen.

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Virginia Rometty, bei IBM CEO, President und Chairman in Personalunion, transformiert ihr Unternehmen. Nach dem Verkauf der Sparte für x86-Server lässt sie nun mit einer Milliarde Dollar eine umfangreiche und einheitliche Umgebung des Typs Platform as a Service (PaaS) errichten, um Geschäftschancen im Rahmen hybrider Clouds zu erschließen. Die Grundlage für das »Blue Mix« genannte Angebot bildet die Infrastruktur der SoftLayer-Sparte sowie die Open-Source-Technologie Cloud Foundry, die bei der EMC-Tochter Pivotal angesiedelt ist. Ein großer Teil der bereitgestellten Summe wird aufgewendet, um die Software von IBM – Middleware der Websphere-Sparte, Entwicklungswerkzeuge der Rational-Produktlinie, Daten- und Analyse-Software der DB2-Gruppe, Systemmanagement-Software der Tivoli-Einheit – im Lauf der nächsten Monate so zu zerlegen, dass sie sich in Form von Services in der neuen Cloud-Welt und im Rahmen der PaaS-Plattform nutzen lässt. Dies sagte Lance Crosby, der bei IBM die SoftLayer-Einheit verantwortet.

Um sich bei Datenbanken für die Cloud zu verstärken, will IBM die Firma Cloudant aus dem US-Bundesstaat Massachusetts übernehmen. Dieses Start-up bietet CloudDB, eine quelleoffene NoSQL-Datenbank als Service an. Außerdem sollen für Blue Mix Dienste für mobile Apps und Web-Oberflächen entstehen. Auch die Sicherheits- und E-Commerce-Software von IBM soll Eingang finden. Wenn die etablierte IBM-Software in der neuen PaaS-Umgebung in ausgereifter Form verfügbar ist, können Kunden ihre bestehenden Anwendungen ganz oder teilweise in die IBM-Cloud verschieben. Als Beta-Version ist Blue Mix bereits zugänglich.

»IBM leitet eine kühne neue Ära der Innovation ein«, sagte Robert LeBlanc, Senior Vice President Software and Cloud Solutions bei IBM. Das eigene Entwickler-Ökosystem werde mit Expertise anderer Entwickler für Mobile, Big Data und DevOps in einer offenen Umgebung verbunden. DevOps ist eine Vorgehensweise, um die Kluft zwischen Entwicklung und Betrieb zu überbrücken. IBM will in diesem Rahmen agile Vorgehensweisen unterstützen und neben der Java-orientierten Eclipse-Welt auch Microsofts Entwicklungswerkzeuge der Produktlinie Visual Studio berücksichtigen.