Lars, but not Least: Teufelsaustreibung per Skype

Ein amerikanischer Prediger bietet allen vermeintlich von Dämonen geplagten Schäflein einen Exorzismus als Skype-Service.

(Bild: Alex Tihonov, fotolia.de)

Während einige Fundamentalisten verschiedener Religionen noch immer der Ansicht sind, das Internet selbst sei vom Teufel gemacht, geht der geschäftstüchtige amerikanische Prediger Bob Larson jetzt den entgegengesetzten Weg und schließt quasi einen lukrativen Pakt mit ebenjenem Teufel. Auf seiner Webseite bietet er einen Onlinetest an um herauszufinden, ob die eigenen Gefühlsschwankungen vielleicht daher rühren, dass man von Dämonen besessen ist. Sollte dies der Fall sein, gibt es bei Larson natürlich auch gleich Abhilfe: Für rund 300 Dollar kann man eine persönliche Teufelsaustreibung per Skype beim Gründer der Internationalen Schule für Exorzismus und nach eigenen Angaben »weltweit versiertesten Experten in Sachen Kulte, Okkultismus und übernatürliche Phänomene« buchen.

Der Teufel der Angebote steckt allerdings im Detail: Schon der Test kostet mit zehn Dollar nicht gerade wenig. Zu viel zumindest, um ihn unserem schmalen Redaktionsbudget für einen Selbstversuch zuzumuten. Zumal das Ergebnis - nicht nur im Falle eines bösen Bubes – wohl ganz im Sinne des Anbieters ausfallen dürfte. Denn hat man den Dämon in sich erst einmal erkannt, wird es erst richtig teuer: Der persönliche Skype-Exorzismus schlägt noch einmal mit fast 300 Dollar zu Buche. Wie der amerikanischer Journalist Scott Bixby im Selbstversuch herausgefunden hat, bekommt man dafür nicht viel mehr geboten als einen leidlich motivierten alten Mann, der den Dämonen im Kunden wüst beschimpft und ihm dabei ein silbernes Kreuz in die Webcam entgegenstreckt. Da all dies auf Englisch passiert darf immerhin davon ausgegangen werden, dass Mephisto ein Brite oder Amerikaner ist – Balsam für die geschundene deutsche Seele unter der Last ihrer historischen Verantwortung.

Selbst Goethes Faust wäre von diesem diabolischen Angebot wohl eher belustigt als begeistert. Da gibt es selbst auf Larsons Seite eine billigere Alternative: Für knapp 50 Dollar kann man sich ein Video kaufen, dass einen in die Grundlagen der Teufelsaustreibung einführt. Anschließend kann man sich den Teufel vor dem Silberspiegel in Selbsttherapie mit dem Beelzebub(e) austreiben. Oder auch ein eigenes florierendes Exorzismus-Unternehmen gründen und anderen gutgläubigen Opfern die virtuellen Hörner aufsetzen.