Kooperation bei Sicherheit und Datenschutz: Amazon Web Services auf Channel-Kurs

Der Online-Händler Amazon vermietet in großem Maßstab IT-Ressourcen, die Unternehmen flexibel nutzen können. Ohne Partner läuft allerdings auch bei Cloud-Services nicht viel.

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»Wir haben mehr Nachfrage nach unseren Services denn je«, betont Martin Geier, der in Deutschland die Geschäfte von Amazon Web Services (AWS) führt, im Gespräch mit CRN. In Anbetracht der Empörung über die Spionageaktivitäten amerikanischer und britischer Geheimdienste keine Selbstverständlichkeit. »Wir können dem Kunden erklären, wie sicher die Speicherung und Verarbeitung seiner Daten in unserer Cloud ist«, sagt der Deutschland-Chef und verweist auf Zertifizierungen nach ISO und anderen Standards. Der Kunde nutzt die AWS-Infrastruktur, bringt aber seine eigenen Security-Maßnahmen wie Firewall und Verschlüsselung mit. Bei AWS heißt dies Shared Responsibility. Auch hybride Lösungen sind möglich, in denen Kunden die AWS-Cloud dann wie ein Subnetz der eigenen Infrastruktur ansprechen. Den Ort der Datenhaltung und -verarbeitung kann der Kunde auswählen. Die europäischen Rechenzentren befinden sich in Irland, wo für den Datenschutz die Gesetze der EU gelten.

Gegründet wurde AWS im März 2006 als hundertprozentige Tochter von Amazon.com mit einem Speicherdienst für Softwareentwickler. Amazon.com ist in erster Linie ein Einzelhändler, der über das Internet Produkte an Konsumenten verkauft. Das Unternehmen bietet außerdem anderen Händlern eine Plattform, auf der sie ihre Produkte vertreiben können. Um das Kerngeschäft effizient betreiben zu können, hat Amazon.com Knowhow für den Betrieb von IT-Infrastrukturen aufgebaut. Hochverfügbarkeit und Skalierung sind dort geschäftskritisch. Auslöser für den Aufbau von AWS war, nur für Spitzenbelastungen benötigte Ressourcen nach Möglichkeit zu vermieten. Inzwischen sind über 100.000 Kunden aus mehr als 190 Staaten in der AWS-Cloud, Amazon.com ist nur noch einer von vielen Kunden.