Digitale Beweise - Alles Andere als CSI:
Anwälte scheitern an elektronischer Beweissicherung
Tausende Prozesse gehen jedes Jahr wegen schlechter oder verspäteter Sicherung elektronischer Beweise verloren: Alle 5000 im Rahmen einer aktuellen Studie befragten Anwälte gaben an, deshalb bereits Fälle verloren oder andere juristische Probleme bekommen zu haben.
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Je wichtiger elektronische Daten im geschäftlichen Alltag werden, desto öfter spielen sie auch eine tragende Rolle bei juristischen Auseinandersetzungen. Von 5000 für eine Studie von Symantec im EMEA-Raum befragen Anwälten geben 98 Prozent an, in den vergangenen zwei Jahren seien elektronische Daten für einen erfolgreichen Rechtsstreit entscheidend gewesen. 91 Prozent erklären darüber hinaus, dass elektronisch gespeicherte Informationen (ESI) für ihre tägliche Arbeit kritisch oder wichtig sind.
Obwohl ihre Wichtigkeit damit außer Frage steht, hapert es oft noch gravierend an der Sicherung der so wichtigen elektronischer Beweise für rechtliche Verfahren, wie die Studie ebenfalls zeigt: Jeder einzelne der befragten Anwälte gibt an, in den vergangenen zwei Jahren Schwierigkeiten bei mindestens einem Fall gehabt zu haben, weil er wichtige elektronisch gespeicherte Daten zur Beweisführung überhaupt nicht oder nicht fristgerecht vorlegen konnte. Rund die Hälfte hatte ein solches Problem sogar innerhalb der letzten drei Monate.
Die Gründe für Schwierigkeiten mit elektronischen beweisen sind dabei sehr unterschiedlich. So ist etwa für 60 Prozent der Befragten insbesondere die Menge an zu untersuchenden Daten das Problem, an dem sie bei der so genannten E-Discovery scheitern. Wenn es gilt, Millionen von Daten aus verschiedenen digitalen Quellen auf ihre Relevanz für den Fall hin auszuwerten und zusammenzutragen, sind die Anwälte schnell überfordert. Bei 29 Prozent der Juristen scheitert die digitale Beweisaufnahme schon alleine aus Zeitgründen, ihnen dauert es zu lange, die nötigen Recherchen in der gebotenen Sorgfalt durchzuführen. Knapp ein Viertel der Befragten gibt zudem an, auch nicht über die notwendige Technologie zu verfügen, die zur elektronischen Beweissicherung nötig wäre.
Anwälte fordern neue Technologien statt Gesetze
Obwohl also jeder der 5000 Anwälte zugibt, Probleme bei juristischen Auseinandersetzungen mit elektronischen Beweisen zu haben, und auch Ursachen dafür benennen kann, zeigt sich hier gleichzeitig auch eine Schere in der Wahrnehmung: Denn gleichzeitig sind 69 Prozent der Anwälte der Meinung, auf die elektronische Beweissicherung bei wichtigen Gerichtsverfahren oder Compliance-Fällen »vollkommen vorbereitet« zu sein.
Auch bei der Frage, wie die digitale Beweisführung im Rechtswesen künftig erfolgreicher gestaltet werden könnte, sind sich die Anwälte weitgehend einig. 57 Prozent sehen die Lösung der Schwierigkeiten vor allem in besseren Technologien, mit deren Hilfe sie elektronische Beweise schneller identifizieren, sicher aufbewahren und aufbereiten können. Eine verstärkte internationale Zusammenarbeit und neue Regeln und Gesetze halten hingegen die wenigsten der Befragten für zielführend.
Insbesondere eine Suchfunktion für Daten auf lokalen Festplatten und Notebooks erachten die Anwälte als erstrebenswerte technische Maßnahme. Knapp die Hälfte gibt an, vor allem auf solchen Datenträgern nach verwertbarem Material suchen zu müssen. Hier könnten ihnen Tools wie Symantecs Archivierungs-Software Enterprise Vault helfen, das in der aktuellen Version das Werkzeug Discovery Collector enthält, das wichtige unstrukturierte Informationen außerhalb der typischen Archive auch auf diesen entfernten Datenträgern finden kann.
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