Schlecht geschützte WLANs haben die Diebstähle erleichtert:
20 Jahre für Kreditkarten-Hacker in den USA
Einen Schaden von 200 Millionen Euro soll ein Hacker in den USA verursacht haben. Dafür hat ihn ein Gericht nun zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der Dieb hat es unter anderem geschafft, der Handelskette TJX 80 Gigabyte an Daten zu stehlen.
Zu einer sehr drastischen Strafe hat ein amerikanisches Gericht einen Hacker verurteilt. Dies berichtet das Online-Magazine Wired [1]. Es soll der bisher größte Fall an Computer-Kriminalität in den USA sein. Zu den 20 Jahren kommt eine sehr milde Geldbuße von 25.000 Dollar. Dies ist aber der Tatsache geschuldet, das ein Verfahren über Entschädigungen noch aussteht. Den entstandenen Schaden beziffert die US-Regierung in einem Memo mit 200 Millionen Dollar. Der Hacker erhält die Strafe, weil er als Kopf einer Bande mindestens 90 Millionen Kreditkartendaten von TJX und anderen Händlern gestohlen hat.
20 Jahre bekommt ein Hacker für seine Diebstähle von Kreditkartendaten bei TJX und anderen Händlern.
Allerdings hat TJX zunächst nichts davon mitbekommen, dass über 80 Gigabyte an Daten aus ihrem Netz transferiert werden. Außerdem soll es der erste Fall sein, an dem es Kriminellen gelungen ist, PINs zu knacken.
Pikant an dem ganzen ist auch, dass der Hacker während der Diebstähle als Undercover-Agent für den Secret Service aktiv ist. In dieser Zeit bezieht er ein reguläres Gehalt.
Schlecht geschützte Wireless-LANs von Händlern sind der Auslöser für die Serie an Diebstählen. Nachdem es ihnen gelungen ist, in das lokale Netz eines TJX-Ladens einzudringen, greifen die Kriminellen das TJX-Unternehmensnetzwerk an. Sie installieren ein Netzwerk-Sniffer. Dieser erlaubt es ihnen die Transaktionsdaten in Echtzeit abzuhören und unter anderem die Kreditkartendaten zu stehlen.
Server in Lettland und der Ukraine als Zwischenspeicher
Die gestohlenen Informationen landen dann auf Servern, die der Hacker zuvor in Lettland und der Ukraine gemietet hat. Von dort aus gelangen sie sofort zum ukrainischen Hauptkartenverkäufer. Dieser wiederum vertreibt sie an andere Kartenkriminelle. Er hat dabei 11 Millionen Dollar verdient. Ein türkisches Gericht verurteilt ihn dafür zu 30 Jahren Haft.
Um die PINs zu knacken, hat der Hacker mit anderen Kriminellen zusammengearbeitet. Dazu hat er blanke Kundenkarten mit Magnetstreifendaten versehen, um über gestohlene PINs Geld von ATM abzuziehen.
Der Hacker hat seine Taten vor Gericht bereut. Außerdem hat er mit den Behörden zusammengearbeitet, um andere Beteiligte zu erwischen. Wohl aus diesem Grund hat er nur 20 anstatt der maximalen Forderung von 25 Jahren erhalten. Allerdings wird er vermutlich nie die Schadenersatzsumme zurückzahlen können, zu der er wahrscheinlich verurteilt wird.
[1] http://www.wired.com/threatlevel/2010/03/tjx-sentencing
- 1. Seite: 20 Jahre für Kreditkarten-Hacker in den USA
- 2. Seite: Server in Lettland und der Ukraine als Zwischenspeicher
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