Verdachtsfälle wegen illegaler Softwarenutzung stark gestiegen:
Erfolgreiche Anschwärzkampagne gegen fiese Chefs
Fiese Chefs? Dagegen kann man doch was tun! Nämlich die eigene Firma anschwärzen. Genau dazu fordert die BSA in einem TV-Spot auf - mit ausgezeichneter Wirkung.
Kann dieser Chef betrügen? Und wie! Nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Softwareunternehmen
Wie wahr, wie wahr, wird sich mancher Angestellte denken, dessen Chef sich im Gehaltsgespräch als Ekelpaket erweist. Nicht etwa, weil dieser wegen vermeintlich schlechter Leistungen Frau Müller in vorbildlicher Weise drückt. Auch bei anderer Gelegenheit ist Chef als Kostenkiller tätig und bereichert sich gerne an Leistungen Dritter, die zu vergüten er nicht bereit ist.
»Es gibt gute Gründe, illegale Software zu melden«, heißt es im TV-Sport der Business Software Alliance (BSA [1]), einem Zusammenschluss von Softwareherstellern gegen den Einsatz ihrer unlizenzierten Produkte und Raubkopien. Seit Sommer dieses Jahres läuft der Spot im Fernsehen. Er ist eine unverhohlene Aufforderung an all jene Arbeitnehmer, ihre ganz persönliche Rache für frustrierende und ungerechtfertigte Leistungsbeurteilungen zu nehmen. Und dieses Angebot wird sehr gerne in Anspruch genommen.
Im Zeitraum dieser Kampagne hätten sich die Anrufe bei der kostenlosen Hotline zeitweise verachtfacht, meldet die BSA. An einzelnen Tagen seien bis zu 20 Unternehmen gemeldet worden, die unlizenzierte Software im Einsatz haben sollen. Mehrere Firmen wurden daraufhin von der Staatsanwaltschaft durchsucht.
Bereits im ersten Halbjahr 2009, also noch vor dem Start der TV-Kampagne, mussten Unternehmen insgesamt 1,8 Millionen Euro an Schadensersatz und Lizenzierungskosten zahlen, weil sie illegale Software im Einsatz hatten. Ein eher bescheidener Ertrag, der aber im nächsten Jahr sicher deutlich höher ausfallen könnte.
Denn die BSA wird auch im kommenden Jahr die Kampagne fortsetzen und rechnet mit einem starken Aufkommen an Hinweisen. Da weder in Punkto Geschäftsethik mit einem grundlegenden Sinneswandel zu rechnen ist, noch damit, dass rüpelhafte Geschäftsführer plötzlich wertschätzende Elemente beim Mitarbeitergespräch entdecken, dürfte die BSA auch Ende nächsten Jahres wieder ein positives Fazit ziehen: »Aus unserer Sicht ist die TV-Kampagne ein durchschlagender Erfolg«.
[1] http://www.bsa.org
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