Freiwillige Selbstverpflichtung gefordert:
Bitkom stellt sich gegen die Frauenquote
Die Politik befeuert erneut die Diskussion um eine gesetzlich festgelegte Frauenquote für Vorstände in den DAX-Konzernen. Der Branchenverband Bitkom hält eine feste Frauenquote von 30 Prozent in der IT für nicht durchsetzbar.
Keine Beiträge im Forum. » Diskussion starten!
Experten in Politik und Wirtschaft können sich bei dem Thema Frauenquote nicht einigen. Die einen befürworten eine gesetzlich festgelegte Frauenquote von rund 30 Prozent, die anderen wollen eine freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen. Zumindest sind sich die Beteiligten in dem Punkt einig, dass ein Anteil von Frauen in den Vorständen der deutschen DAX-Unternehmen von unter fünf Prozent für die deutsche Gesellschaft nicht tragbar ist.
Ursula von der Leyen ist Verfechterin einer festen Quote von 30 Prozent, an die die Unternehmen sich halten müssen. Ihrer Ansicht nach hat sich in den letzten zehn Jahren mit einer freiwilligen Verpflichtung der Unternehmen nichts getan. Eine Vorbildfunktion übernimmt Norwegen: In dem skandinavischen Land wurde schon 2003 eine Frauenquote von 30 Prozent durchgesetzt – dieser Anteil ist in den Führungsetagen der norwegischen Unternehmen schon längst Realität.
Der Branchenverband der IT-Unternehmen Bitkom hält eine Frauenquote in der IT-Branche dagegen für nicht durchsetzbar. »Eine individuelle Selbstverpflichtungen der Unternehmen zur Verbesserung der Karrierechancen von Frauen sind der richtige Weg für die kommenden Jahre«, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. »Die Unternehmen haben verstanden, dass sich etwas bewegen muss.« Die Verbesserungen sollen in jährlichen Fortschrittsberichten festgehalten und transparent gemacht werden. »Die Unternehmen werden sich an ihren Fortschritten öffentlich messen lassen.« Hohe gesetzliche Quoten seien gerade in Branchen wie der Hightech-Industrie kurzfristig nicht umzusetzen. »Es fehlt derzeit noch die breite Basis an weiblichen Fach- und Führungskräften, insbesondere im technischen Bereich.«, sagte Kempf. So liegt der Anteil von Frauen an den Studienanfängern in der Informatik laut Bitkom zum Beispiel nur bei 19 Prozent, in Studiengängen wie der Elektrotechnik oder dem Maschinenbau sogar noch weit darunter.
Es bedürfe gemeinsamer Anstrengungen von Wirtschaft und Politik. Noch immer sei die Betreuungssituation für Kinder und Schülerinnen und Schüler nicht optimal. Für die Unternehmen gelte es, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und eine neue Managementkultur zu etablieren. Erfolge in diesem Bereich schlagen sich unmittelbar in einem größeren wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen am Markt nieder. Der Bitkom hat eine Initiative »Frauen in der ITK-Wirtschaft« ins Leben gerufen, die eine Steigerung des Frauenanteils in Fach- und Führungspositionen sowie einen Kulturwandel in den Unternehmen zum Ziel hat. Ein weiteres Ziel ist es, das Image der Hightech-Branche als attraktiven Arbeitgeber weiter zu verbessern.
» Newsletter abonnieren
Täglich aktuelle News und Hintergründe für Fachhändler, ITK-Hersteller, Distributoren und aus der Online-Welt.
» Tipp der Redaktion
CRN zeigt Cloud-Lösungen in der Praxis
Bechtle-Mitbegründer Gerhard Schick über seinen Einstieg bei Cancom. Monitore werden intelligent. Kontinuität bei Kosatec Systemhäuser berichten im über ihre Cloud-Geschäfte. Die neue CRN ist erschienen.
Nachfrage nach Cloud steigt massiv
Bereits ein Drittel aller kleineren Firmen setzt auf Cloud Computing. Analysten beobachten, dass vor allem mittelständische Firmen aus dem Handel und der Banken- und Versicherungsbranche Cloud-Dienste verstärkt nachfragen.
Das sind die Folgen des Routerzwangs
Nicht nur die Endkunden, auch Handel und Hersteller dürften den Routerzwang einiger Netzbetreiber zu spüren bekommen. 15 ITK-Hersteller wehren sich nun in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Bundesnetzagentur. CRN hat bei den Betroffenen nachgefragt welche Folgen sie befürchten.
» Bilderstrecken
» Meistgelesene News
DHL führt Gebühr für Retouren ein
Ab Juli müssen Shopbetreiber beim Logistikdienstleister DHL für einige Rücksendungen eine Gebühr von vier Euro bezahlen.
Finger weg vom Geocache-Schatz
Das Entfernen eines Geocache-Objektes kann rechtlich als eine Art Diebstahl gewertet werden und teuren Schadenersatz nach sich ziehen.