Zukunfts-Prognose von Sapient Nitro:
So kommunizieren wir in zehn Jahren

von Folker Lück (folker.lueck@crn.de)

26.01.2011

Die Berater von Sapient Nitro, haben zehn Thesen aufgestellt, was in den Bereichen IT und Kommunikation ihrer Einschätzung nach am Ende dieses Jahrzehnts nicht mehr so sein wird wie heute.

Wahrsagerin: Zukunftsprognosen von hellsichtig bis völlig peinlich (Foto: Fiebke/photocase.com)

Zukunftsprognosen hat es wohl schon immer gegeben. Manche erweisen sich als sehr extrem hellsichtig, manche stellen sich schon weit vor Ablauf des Prognose-Zeitraums als völlig falsch heraus. Die Berater von Sapient Nitro wagen einen Blick in die Zukunft von Technologie und Kommunikation.

Sapient Nitro arbeitet für Konzerne wie Citigroup, Coca-Cola, Deutsche Telekom, Disney und Vodafone. Im deutschsprachigen Raum unterhält das Consultingunternehmen Büros in Düsseldorf, München, Salzburg und Zürich.

In zehn Jahren...

1. ... gibt es kein 'vorgefertigtes" Fernsehen mehr in der heutigen Form. Die Menschen werden sich aus einer Vielzahl von Angeboten ihr eigenes Unterhaltungsprogramm zusammenstellen und dies auf unterschiedlichsten mobilen Geräten konsumieren.

2. ...ist Werbung über Massenmedien nur noch eine Nische. Klassisches Marketing ist längst durch komplett personalisiertes Neuro-Marketing ersetzt. Marken müssen sich darauf einstellen, dass sie nur noch angefragt werden, selbst aber niemanden mehr belästigen dürfen.

3. ...haben Massenkonsum und Materialismus als Selbstzweck und Statusgrundlage ausgedient und wurden ersetzt durch Erlebnisorientierung und Sinnstiftung. Status wird nicht mehr an Besitz, sondern an individueller Identität und Vernetzung mit anderen gemessen.

4. ...gibt es keine Marketingabteilungen mehr. Die neue Schlüsselposition heißt "Customer Experience Management", sie steuert die gesamte Beziehung zwischen Marke und Verbraucher. Dort läuft zusammen, was wir heute noch Marketing, Vertrieb, Kundenservice und IT nennen.

Punkte 5 bis 10

5. ...sind Fertigprodukte und Massenmärkte verschwunden. Ersetzt wurden sie durch Produkte und Dienstleistungen, die hochgradig auf individuelle Charaktere und Lebenskonzepte zugeschnitten sind.

6. ...sind stationärer Handel und Innenstadt-Kaufhäuser, wie wir sie kennen, ausgestorben. Einkaufen und Freizeit sind in Mega-Malls verschmolzen. Beratung erhält eine ganz neue Relevanz für das Verhältnis zwischen Marke, Produkt und Kunde.

7. ...haben technische Geräte keine grafischen Bedienoberflächen mehr. Statische Menüstrukturen und Bedienelemente sind komplett abgelöst durch Gesten- und Sprachsteuerung. Auch dies ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur direkten neuronalen Steuerung von Geräten durch das menschliche Gehirn.

8. ...haben sich viele Menschen RFID-Chips zur Identifizierung einpflanzen lassen. Von Digital-Signage-Terminals empfangen sie damit nur noch Informationen, die für sie individuell relevant sind.

9. ...ist der PC komplett abgelöst von mobilen Geräten wie SmartPhones und Tablet Computern.

10. ...wird Software nur noch als Service angeboten, klassische Softwarehersteller und Systemintegratoren existieren nicht mehr.