Honorarverhandlungen noch schwierig:
Steigende Stundensätze für IT-Freiberufler

von Elke von Rekowski (rekowski@tellyou.de)

24.01.2011

Die Stundensätze der IT-Freelancer werden künftig steigen. Allerdings könnte sich bald die Diskrepanz zwischen Stundensatzforderungen und gezahlten Honoraren vergrößern: Dreiviertel der Projektanbieter sind der Meinung, dass die Selbstständigen mit ihren Sätzen eher zu hoch liegen.

Die Stundensätze für freiberufliche IT-Experten werden steigen, die Honorarverhandlungen der Freelancer könnten allerdings schwierig werden. (Foto: AKhodi - Fotolia.com)

Dieser Ansicht sind die meisten der 402 IT-Freiberufler und Projektanbieter, die an einer Umfrage der IT-Projektbörse Gulp.de teilgenommen haben. Die Nachfrage nach IT-Selbstständigen hat schon vor Monaten das Krisen-Tal verlassen - in Honorarverhandlungen scheinen IT-Freelancer jedoch weiterhin unter den Krisenfolgen zu leiden, so die Experten. Denn 38 Prozent der IT-Freelancer denken, dass sie und ihre Kollegen mit ihren Stundensätzen eher zu niedrig liegen. Das ist der höchste Prozentsatz seit 2001. Gleichzeitig meinen 72 Prozent der Projektanbieter, dass die Selbstständigen mit ihren Sätzen eher zu hoch liegen. Das wieder ist der größte Anteil seit Beginn der Stundensatz-Umfrage bei Gulp im Jahr 2000.

Darüber hinaus ist knapp die Hälfte der IT-Freiberufler der Meinung, dass IT-Freelancer im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen zu wenig verdienen. 2009 dachten das nur 37 Prozent der Freelancer. Bei den Projektanbietern ist mit 48 Prozent die relative Mehrheit der Ansicht, dass Freiberufler im Vergleich zu Festangestellten zu hohe Stundensätze bekommen (im Vergleich zu 36 Prozent im Jahr 2009). Das Krisenjahr 2009 hat scheinbar langfristige Spuren hinterlassen - die entweder durch einen zukünftigen Honorar-Aufschwung verwischt werden - oder in einem verstärkten Preisdruck münden.