Stabile Investitionsbereitschaft:
IT-Mittelstandsindex bleibt optimistisch

von Lars Bube (lars.bube@crn.de)

26.08.2010

Im Juli konnte sich die wirtschaftliche Dynamik des deutschen Mittelstandes auf hohem Niveau halten, auch die ITK-Nachfrage blieb auf einem guten Level. Die mittelgroßen Unternehmen und Organisationen blicken somit optimistisch in die Zukunft und wollen weiter in Hard- und Software investieren.

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Der deutsche Mittelstand ist und bleibt eines der wichtigsten Standbeine der hiesigen Wirtschaft, von dem auch der ITK-Handel stark profitiert. Insgesamt gehen rund 40% der Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland auf mittelgroße Unternehmen und Organisationen zurück. Um die Investitionsbereitschaft dieser wichtigen Zielgruppe abzufragen, erstellen Techconsult und Fujitsu jeden Monat den IT-Mittelstandsindex.

Im Juli konnte sich die wirtschaftliche Dynamik laut diesem nahezu konstant auf dem relativ hohen Niveau der letzten Monate seit Februar halten. Obwohl der Index der realisierten Umsätze zwar um drei Punkte auf 119 Zähler zurückging, waren die Firmen mit wachsenden Umsätzen dennoch weiterhin deutlich in der Überzahl. Verglichen mit den Vorjahreswerten bedeutet das einen Zuwachs um 13 Punkte.

Und auch die Zukunft sieht der Mittelstand überwiegend positiv. Der Index für die Erwartungen an die nächsten drei Monate stieg sogar nochmals um vier Punkte an und erreichte damit einen starken Optimismus ausdrückenden Wert von 127, während er im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt noch auf sieben Zähler weniger kam.

Investitionsbereitschaft bleibt hoch

Den positiven wirtschaftlichen Erwartungen folgend hält sich auch die Dynamik der IT-/TK-Ausgaben relativ stabil auf konstant hohem Niveau, so dass der Index der realisierten Ausgaben marginal um einen auf 109 Zähler zurückging. Auch hier überwiegt somit noch immer deutlich die Zahl der Unternehmen, die steigende Investitionen verzeichnen.

Ähnlich sieht die Lage bei den für die nähere Zukunft geplanten Investitionen aus. Die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten dominieren nur etwas schwächer, als noch im Juni. Lediglich zwei Punkte verlor der entsprechende Index und landete schließlich bei 119 Zählern.

Im Rückblick lässt sich feststellen, dass die Erholung des mittelständischen IT-/TK-Marktes im Sommer 2009 begann. Nachdem im Frühjahr letzten Jahres noch viele Investitionen zurückgehalten worden waren, machte sich ab Juli eine deutliche Belebung bemerkbar. Teilweise erreichte diese schon damals in etwa die Werte, die aktuell verzeichnet werden. So war beispielsweise die Bereitschaft zu Ausgaben im Juli 2009 sogar vier Punkte höher als ein Jahr später. Nur einen Punkt niedriger liegen hingegen die aktuellen Investitionsplanungen im Vergleich zu den Werten vor einem Jahr.

Hardware wird verstärkt gekauft

Leicht gewachsen ist im Juli die Nachfrage-Dynamik hinsichtlich IT- und ITK-Hardware. Gegenüber dem Vormonat stieg der Index der realisierten Ausgaben um fünf auf 111 Punkte. Damit waren auch die Unternehmen mit gewachsenen Ausgaben noch stärker in der Mehrheit als noch im Vormonat. Ähnliches gilt für die geplanten Ausgaben, deren Index ebenfalls um fünf Zähler auf insgesamt 117 anstieg. Damit gab es im Juli noch mehr Unternehmen mit expansiven Investitionsabsichten als im Vormonat. Insgesamt befindet sich die Investitionsneigung exakt auf dem bereits guten Niveau des Vorjahres, die Ausgabenplanungen sind sogar optimistischer als vor einem Jahr.

Fast alle Branchen tätigten im Juli 2010 gestiegene Hardware-Ausgaben, insbesondere Versorger und der Non-Profit-Sektor zeigten sich Investitionsfreudig. Wenig ausgabenfreudig zeigten sich hingegen die Dienstleistungsunternehmen. Die übrigen Branchen - Industrie, Handel und Versorger - positionierten sich im Gesamtmarktschnitt.

Software im Aufschwung

Auch die Nachfrage nach Software stieg im Juli nochmals leicht an. Der Index der realisierten Ausgaben stieg um zwei Punkte und steht nun bei 106 Zählern, womit Firmen mit gestiegenen Software-Ausgaben geringfügig mehr überwiegen, als im Vormonat. Diese positive Entwicklung soll auch in den nächsten drei Monaten anhalten. Der Index für die geplanten Software-Investitionen stieg um drei auf 111 Zähler. Damit überwiegen Unternehmen mit expansiven Investitionsplanungen etwas stärker als im Vormonat.

Die Entwicklung der Investitionsneigung und –planungen liegt damit fast genau auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr: Die aktuelle Ausgabenbereitschaft liegt nur einen Punkt niedriger als im Juli 2009, die Planungen entsprechen exakt dem Wert von damals.

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