Geschlechterverteilung bei Führungskräften:
Frauenpower im Osten

von Folker Lück (folker.lueck@crn.de)

05.08.2010

Die Chefetagen deutscher Unternehmen liegen weiterhin flächendeckend in Männerhand. Der bundesweite Frauenanteil im Management stagniert bei 17,37 Prozent. Die ostdeutschen Bundesländer stehen in Punkto Frauen in Spitzenpositionen gut da, Schlusslichter sind Bremen und Baden-Würtemberg.

Der Lübecker Anbieter von Wirtschaftsinformationen Databyte hat eine Studie über die Geschlechterverteilung in Top-Positionen veröffentlicht. Besonderes

Augenmerk galt dabei der regionalen Verteilung: Demnach nimmt die Bundeshauptstadt Berlin die Spitzenposition weit über dem Bundesdurchschnitt ein. Abgeschlagen auf den letzten Plätzen liegen Bremen und Baden-Württemberg. Die neuen Bundesländer stehen in Punkto Frauen in Spitzenpositionen auffallend gut da.

Die »frauenfreundlichsten« Unternehmen Deutschlands sitzen in Berlin mit einer Frauenquote von über 19 Prozent und Sachsen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit jeweils über 18 Prozent. Am stärksten dominieren die Männer im Nordwesten und Südwesten der Republik: In Niedersachsen und Schleswig-Holstein sitzen nur etwas über 17 Prozent, in Nordrhein-Westfalen und Bremen rund 16 Prozent Frauen auf dem Chefsessel. Baden-Württemberg bildet mit unter 15 Prozent das Schlusslicht.

Viele Cheffinnen in Eisenach und Cottbus

Die Betrachtung von 412 Kreisen bestätigt diese Tendenz. Brachland für karrierebewusste Frauen herrscht in Borken, Biberach, Bentheim, Olpe und Sigmaringen mit unter 14 Prozent. Sehr gut dagegen stehen Thüringen und Bayern mit den Kreisen Eisenach, Cottbus, Starnberg, Miesbach und Sonneberg da. Dort befinden sich jeweils über 21 Prozent Frauen in der Unternehmensleitung.

»Die regionalen Unterschiede der Frauenquoten gründen auch in der Tatsache, dass Frauen in kleineren und mittleren Unternehmen verhältnismäßig stark vertreten sind. Strukturell bedingt sind Firmen mit geringerer Betriebsgröße in den neuen Bundesländern besser repräsentiert. Auch haben im Osten die Branchen Einzelhandel und Gesundheits- und Sozialwesen, in denen traditionell mehr Frauen Spitzenpositionen einnehmen, eine stärkere Stellung gegenüber etwa dem männerdominierten Kredit- und Industriegewerbe«, erläutert Silke Venker, Sprecherin der Databyte GmbH.

Untersucht wurden 1.235.882 Führungskräfte in 938.246 Unternehmen. Die Zahlen basieren auf der Databyte-Datenbank, die rund 50 Millionen aktuelle Firmenprofile mit detaillierten Geschäftsführerinformationen, Branchen, Umsatz- und Mitarbeiterzahlen umfasst.

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