Social-Media und IT-Sicherheit:
Tipps zum sicheren Umgang mit sozialen Medien

von Bernd Reder (bernd.reder@networkcomputing.de)

14.05.2010

Portale wie Facebook, Twitter oder Linkedin sind aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Die IT-Sicherheitsfirma Sophos hat Tipps für Nutzer solcher Services zusammengestellt. Sie helfen dabei, sich vor Datenverlusten, Identitätsdiebstahl und Malware-Infektionen zu schützen.

(Fortsetzung des Artikels von Seite 1)

Sophos [1] hat zum Thema »Sicherer Umgang mit sozialen Medien« ein Informationspaket zusammengestellt. In ihm sind Präsentationen mit Fakten und Fallbeispielen zu finden, die auf den Nutzen, aber auch die Risiken von Social-Networks hinweisen.

Social-Networking-Dienste bieten den Nutzern vielfältige Möglichkeiten. Das haben leider auch Cyberkriminelle für sich entdeckt.

Das Paket kann nach Registrierung kostenlos von dieser Web-Seite [2] der IT-Sicherheitsfirma heruntergeladen werden. Es richtet sich in erster Linie an Unternehmen, deren Mitarbeiter Facebook, Xing, Linkedin und Co. verwenden.

Hier acht Regeln, die den Umgang mit solchen Services sicherer machen:

Machen Sie sich mit den Regeln vertraut: Lesen Sie sich die Unternehmensrichtlinien zum Gebrauch von sozialen Netzwerken aufmerksam durch. Verstöße gegen solche Vorgaben können arbeitsrechtliche Schritte nach sich ziehen, in extremen Fällen sogar eine Abmahnung oder eine Kündigung.

Nutzen Sie sichere Kennwörter: Was kann schon von einem Kennwort abhängen? Ihr Leben! Wird Ihr Kennwort geknackt, steht quasi Ihr Leben zum Verkauf. Erstellen Sie daher stets sichere Kennwörter mit mindestens 14 Zeichen, die Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen sowie Symbole umfassen.

Das ist natürlich leichter gesagt als getan – angesichts der Vielzahl der Kennwörter, die jeder Online-User mittlerweile besitzt. Ein Verfahren, das sich für Vergessliche anbietet: Separate Listen mit Kennwörtern für die Rechner zu Hause, im Betrieb et cetera anlegen und mithilfe eines Tools »stark« verschlüsseln (AES mit 256 Bit).

Firmen wie Sophos oder Steganos bieten Programme an, mit denen sich das bewerkstelligen lässt. Für das Öffnen dieses Dokuments oder Ordners ist dann nur noch ein Master-Passwort notwendig.

Standardeinstellungen überprüfen: Zahlreiche User sind bei sozialen Netzwerken registriert. Überprüfen Sie zunächst immer die Standardeinstellungen der jeweiligen Seite, damit Ihre Daten nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich sind, und geben Sie so wenig persönliche Daten wie möglich preis.

Vorsicht bei Bildern

Vorsicht bei Fotos: Überlegen Sie sich gut, welche Bilder Sie veröffentlichen: Stellen Sie keine allzu unseriösen oder peinlichen Bilder ins Netz, die Ihrem Ruf, dem Ihres Unternehmens oder Ihrer Kunden schaden könnten. Einige Firmen haben Richtlinien erlassen, die ihren Mitarbeitern generell das Veröffentlichen von Bildern untersagen, wenn daraus der Arbeitgeber hervorgeht oder Bezug auf den Arbeitsplatz des Betreffenden genommen wird.

Big Brother is watching you: Wer soziale Netzwerke als Tagebuch zweckentfremdet, riskiert, dass Familie, Freunde (und Feinde), der eigene Chef und der Rest der Welt alles über ihn in Erfahrung bringen können.

Etliche Firmen verbieten ihren Mitarbeitern, in ihren Profilen auf Diensten wie Facebook Bezug auf ihre Tätigkeit im Unternehmen zu nehmen.

Rechner schützen: Cyberkriminelle wollen Ihnen und Ihren Daten an den Kragen. Schützen Sie sich: Arbeiten Sie nur auf Computern mit aktueller Sicherheitssoftware und funktionstüchtiger Firewall. Ein weiterer Faktor, der oft übersehen wird: Auch das Betriebssystem und die Anwendungen regelmäßig auf den neuesten Stand bringen. Solches Patches schließen in vielen Fällen gefährliche Sicherheitslöcher.

Schalten Sie Ihr Gehirn ein, bevor Sie klicken: Klicken Sie nicht einfach auf einen Link, nur weil Sie den Absender kennen. Malware übernimmt mitunter die Kontrolle über Benutzerkonten und versendet automatisch infizierte E-Mails an alle Kontakte im Adressbuch. Auf diese Weise werden Internet-User auf Web-Sites gelotst, auf denen Cyberkriminelle Schadsoftware versteckt haben. Diese wird bei Besuch der Seite auf den Rechner des Opfers heruntergeladen.

Bedrohliche Unbekannte: Hüten Sie sich vor Spammern, die unaufgefordert Anfragen versenden, um an Ihre Daten zu gelangen. Wenn Sie den Absender nicht kennen, ignorieren Sie solche E-Mails nach Möglichkeit.

[1] http://www.sophos.de/
[2] http://www.sophos.de/lp/threatbeaters/index.html