Deutsche Post Glücksatlas 2012:
Hier leben die glücklichsten Menschen Deutschlands

von Folker Lück (folker.lueck@crn.de)

14.09.2012

Wo leben die zufriedensten, glücklichsten Menschen in Deutschland? Das hat die Deutsche Post dieses Jahr zum zweiten Mal untersuchen lassen. Wichtigstes Ergebnis: Die drei glücklichsten Städte befinden sich quer verteilt im Osten, Norden und Westen der Bundesrepublik.

Ranking der glücklichsten Stadtbewohner: Hamburg führt vor Düsseldorf und Dresden. (Grafik: Deutsche Post)

Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Post erstmals untersuchen lassen, wo in Deutschland die Menschen ganz besonders zufrieden sind. Dieses Jahr wurde die Untersuchung neu aufgelegt. Dabei zeigt sich, dass im Vergleich der Lebenszufriedenheit von 19 Regionen die ostdeutschen Regionen aufholen. Ost- und Westdeutschland sind sich demnach im »Glücksniveau« so nahe wie noch nie seit der Wende. Im neuen Zufriedenheits-Ranking von 13 Großstädten zeigen sich die Einwohner Hamburgs am zufriedensten mit ihrer Stadt - Düsseldorf und Dresden belegen die Plätze zwei und drei.

»Die Ergebnisse des 'Deutsche Post Glücksatlas 2012' sind ermutigend«, sagt Jürgen Gerdes, Mitglied des Konzernvorstands der Deutschen Post DHL, »denn selbst die Euro-Krise hat dem hohen Zufriedenheitsniveau der Deutschen bislang nichts anhaben können«. So ist der Lebenszufriedenheitswert von 7,0 (auf einer Skala von 0 bis 10) gegenüber 2011 stabil geblieben. Dieses Niveau erreichten die Deutschen zuletzt 2001. Auch im europäischen Glücksgefüge hat sich Deutschland in den letzten Jahren positiv entwickelt. Auffällig ist zudem, dass die ostdeutschen Regionen weiter aufholen konnten: Der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland beträgt aktuell nur noch 0,2 Punkte und ist damit so gering wie noch nie. 1991 betrug er noch 1,3 Punkte. Besonders Sachsen, Thüringen und Brandenburg konnten sich in den letzten Jahren verbessern.

Der »Deutsche Post Glücksatlas 2012« entstand unter der Leitung der Wissenschaftler Professor Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg, und Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer von TNS Emnid. Die Untersuchung, deren wissenschaftliche Schwerpunkte diesmal auf den gesellschaftlichen Gründen für Lebenszufriedenheit sowie auf der Städtezufriedenheit liegen, basiert auf den Daten des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Frühjahr 2012 sowie einer Befragung von TNS Emnid in 13 deutschen Großstädten unter 3.900 jeweils repräsentativ ausgesuchten Bewohnern.

Warum welche Städter besonders zufrieden sind

»Deutsche Post Glücksatlas 2012« vorgestellt: Dr. Jan Dietrich Müller (Leiter der Abteilung »Communications Strategy and PR Programs«, Deutsche Post DHL), Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen (Professor für Finanzwissenschaft) und Jürgen Gerdes (Konzernvorstand Brief, Deutsche Post DHL). (Foto: Deutsche Post)

TNS Emnid hat zudem Bürger von 13 deutschen Großstädten nach ihrer Städtezufriedenheit befragt. Das Ergebnis ist ein Ranking, das zeigt, wie attraktiv die Metropolen aus Sicht ihrer Einwohner sind und an welchen Stärken und Schwächen dies liegt. Im Fokus standen dabei nicht nur harte Faktoren wie die »Attraktivität als Wirtschaftsstandort« und die »Verkehrsinfrastruktur«, sondern auch weiche Faktoren wie Kultur oder Sport.

Auf dem ersten Platz des Zufriedenheitsrankings liegt Hamburg, das 84 von 100 möglichen Basispunkten von seinen Einwohnern erhalten hat. Die Hansestadt überzeugt mit ihrem reichhaltigen Kulturangebot, der guten Verkehrsinfrastruktur sowie der überragenden Luft- und Wasserqualität. Düsseldorf, die finanziell gesündeste deutsche Metropole, liegt auf Rang zwei mit 81 Punkten, dicht gefolgt von Dresden mit 80 Punkten. Was Ballungsräume anbelangt, hat der Osten zum Westen aufgeschlossen. Schlusslicht ist die Ruhrgebietsstadt Essen mit nur 69 Basispunkten, wo nahezu alle für die Einwohner relevanten Zufriedenheitsdimensionen gravierende Schwächen aufweisen.

Der "Deutsche Post Glücksatlas 2012" hat 248 Seiten, ist als Buch im Knaus Verlag erschienen und ab sofort im Buchhandel erhältlich (19,99 Euro).

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