Tablet-PCs: Amazons neue Kindles

Mit zwei verbesserten Kindle-Modellen will Amazon den etablierten Hardwareherstellern weiter Konkurrenz bei Tablet-PCs machen. Beide Modelle kosten in der jeweils günstigsten Variante weniger als 200 Euro und sind auch in Deutschland erhältlich.

Der Kindle HD ist Amazons neuer Tablet-Star. (Bild: Amazon)

Amazon bemüht sich nach Kräften, Apple und Co einen Teil des brummenden Geschäfts mit Tablet-PCs abzunehmen. Mit überraschendem Erfolg: Laut Amazon ist der irgendwo zwischen Ebook-Reader und Tablet-PC angesiedelte Kindle Fire das bislang erfolgreichste Produkt auf Amazon.com überhaupt. Als nächstes will Amazon seine derzeit wichtigsten Modelle Kindle Fire und Kindle Fire HD nun auf dem deutschen Markt etablieren. Dazu wurde dem Kindle Fire sogar noch ein Chip-Tuning spendiert, so dass nun ein OMAP 4430 Dual-Core-Prozessor mit 1,2 GHz das Rechenwerk antreibt. Das 7 Zoll große Display bringt es auf eine Auflösung von 1024x600 Pixeln. Als Speicher für Multimediainhalte und andere Dateien stehen 8 Gigabyte bereit. Eine WLAN-Einheit und Stereo-Lautsprecher sind bereits integriert, extern können neben einem Köpfhörer auch USB-Geräte angeschlossen werden. Laut Amazon soll der Kindle Fire in dieser Konfiguration dennoch rund neun Stunden ohne Netzanschluss durchhalten. Der Kindle Fire kann ab sofort für 159.- Euro bei Amazon Deutschland bestellt werden.

Noch ein bisschen mehr Leistung und Möglichkeiten bietet sein großer Bruder Kindle Fire HD. Sein IPS-Display bringt den 7-Zöller auf satte 1280x800 Pixel Auflösung, geschützt wird es durch das extrem widerstandsfähige »Gorilla Glass«. Als Prozessor kommt die OMAP4460 Dual-Core-Variante mit 1.2 GHz zum Einsatz, die insbesondere noch etwas mehr Grafikpower liefert, als im normalen Kindle Fire. Neben einem besseren WLAN-Modul sind auch die integrierten Stereo-Lautsprecher des Kindle Fire HD etwas edler und unterstützen die Widergabe des neuen Dolby Sound-Standards für Tablets. Amazon hat dem Fire HD doppeltes WLAN spendiert, so dass das Gerät neben den gängigen 2,4-GHz-Frequenzen auch auf die sonst nur selten genutzte 5-GHz-Frequenz ausweichen kann, um flüssige HD-Streams aufrecht zu erhalten. Bis zu 40 Prozent schneller sollen die Downloads dadurch werden. Darüber hinaus bringt der Fire HD sowohl Bluetoothfähigkeit als auch physikalische Anschlüsse für Kopfhörer-, Micro-USB und Micro-HDMI mit. Hier gibt Amazon die Laufzeit mit elf Stunden an.

In der Basis-Variante mit 16 Gigabyte Speicher bleibt auch der Kindle Fire HD gerade noch unter der Grenze von 200 Euro, mit 32 Gigabyte kostet er 249,- Euro. Damit bietet der Fire HD fürs gleiche Geld jeweils doppelt so viel Speicher wie der größte Preis-Leistungs-Konkurrent, das ebenfalls noch recht neue Google Nexus 7, das dafür allerdings auch mit einem Tegra 3 Chipsatz aufwarten kann. Dafür müssen die Nutzer beim Kindle laut den Beschreibungstexten (»Mit personalisierten Spezialangeboten sowie gesponserten Bildschirmschonern«) allerdings früher oder später mit auf sie zugeschnittenen Werbeeinblendungen leben. Nach einigen Protesten deshalb überlegt Amazon allerdings doch noch eine Opt-Out-Möglichkeit für die Werbeeinblendungen anzubieten. Für rund 15 Dollar sollen Kunden ihren Kindle dann werbefrei schalten können.