Euronics spricht Klartext: Dunkle Wolken über dem CE-Markt

Der größte Verbund von unabhängigen Händlern, Euronics, spricht auf der IFA Klartext. Der starke Preisverfall und die Umsatzrückgänge in europäischen Krisenländern stellen den CE-Markt vor große Herausforderungen.

Hans Carpel, President von Euronics spricht die Krise in der CE-Branche offen an, Foto: CRN

Eine einfache Weisheit besagt: Probleme lösen sich nicht dadurch, dass man nicht darüber spricht. Diesen Satz scheint sich Hans Carpels, President von Euronics, zu Herzen genommen zu haben, bevor er zu seiner Präsentation auf der IFA 2012 in Berlin angesetzt hat.

Die Geschäfte von Euronics selbst laufen auf den ersten Blick zufriedenstellend: Die Einkaufsgruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 16,2 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wachstum von rund sieben Prozent. Für 2015 hat sich das Unternehmen vorgenommen, den Umsatz auf 20 Milliarden zu erhöhen.

Um den CE-Markt steht es derzeit jedoch nicht gut. Die Umsätze verzeichnen einen Rückgang von 6,2 Prozent. Schuld daran ist zum einen die Eurokrise, die zu starken Umsatzrückgängen in Ländern wie Italien, Spanien, Griechenland oder Portugal führt. Das Wachstum kommt aus Emerging Marktes aber auch aus Skandinavien oder Deutschland. Laut Carpels leidet die Branche jedoch besonders unter dem starken Preisverfall, der sich über sehr viele Bereiche zieht. Während zum Vergleich Schmuck über einen Zeitraum von acht Jahren eine Wertsteigerung von 60 Prozent und Autos eine Steigerung um fünf Prozent erfahren haben, sind klassische TVs 68 Prozent weniger Wert als noch vor acht Jahren, Kameras 55 Prozent und Notebooks 62 Prozent weniger.

Wegen dieser schlechten Marktbedingungen und dem stark wachsenden sowie preisintensiven Online-Business stellt Carpels sogar offen die Fragen, ob unabhängige Reseller eine aussterbende Spezies sind. Seine Antwort lautet - natürlich nicht unerwartet - nein. In Deutschland gewinnen Einkaufsgruppen sogar an Marktanteilen.

Für Carpels führt der Weg aus der Krise über neue und innovative Produktkategorien. Die Bedienbarkeit der Geräte spiele eine immer wichtigere Rolle, sowie die Interaktivität der Devices. Smartphones stünden an erster Stelle auf den Wunschlisten der Verbraucher. Mobilität und Multifunktionalität seien gefragt. Es sei wichtig, wieder Wertigkeit in die Produkte zu bringen und in gut ausgebildete Mitarbeiter zu investieren. Zusammenfassen ließe sich dieser Ansatz unter dem Begriff "Mehrwertstrategie".