Hardware: Teure Festplatten noch bis 2014

Obwohl die Folgen mehr als ein Jahr nach der Flutkatastrophe in Thailand weitgehend behoben sind, bleiben die Festplattenpreise weiterhin außergewöhnlich hoch. Der Absatz wächst aktuell um über 30 Prozent, vor allem Modelle ab 1 Terabyte sind gefragt.

Über ein Jahr ist es inzwischen her, dass die Flutkatastrophe in Thailand die Fabriken einiger Festplattenhersteller sowie ihrer Zulieferer zerstört hat. Inzwischen läuft die Produktion in den meisten Anlagen inzwischen wieder auf Hochtouren, und auch der Absatz wächst kräftig. Laut den Marktforschern von Context stieg die Nachfrage nach klassischen Festplatten in West-Europas in den vergangenen sechs Monaten um über 30 Prozent an. Besonders gefragt sind dabei die Modelle mit einem Speicherplatz von 1 Terabyte oder mehr, deren Absatz sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht hat.

Trotz des wachsenden Marktes und der wiederhergestellten Produktionslinien bleiben die Preise jedoch weiterhin auf relativ hohem Niveau stecken. So waren laut Context etwa die durchschnittlichen Verkaufspreise von Western Digital im April um fast 60 Prozent höher als noch vor einem Jahr. Ähnliche Beobachtungen machen auch die Analysten von IHS iSuppli, denen zufolge selbst die im Frühjahr neu geschlossenen Mengenverträge der großen PC-Produzenten mit den Festplattenherstellern mehr als 20 Prozent über dem Niveau vor der Flut liegen. iSupply geht deshalb davon aus, dass sich die hohen Preise weiterhin halten werden und es erst in zwei Jahren wieder zu einer Abschwächung auf das Preisniveau von vor der Flutkatastrophe kommen wird.

Als mögliche Gründe für das anhaltende Preishoch haben die Marktforscher vor allem das seit der Katastrophe bestehende Marktgefüge identifiziert, das seither von zwei Herstellern nahezu im Alleingang bestimmt wird. Die Marktführer Seagate (4,4 Milliarden US-Dollar Umsatz) und Western Digital (3 Milliarden US-Dollar Umsatz) teilen sich zusammen beinahe 90 Prozent des Marktes, der dritte einst große Hersteller, Toshiba, spielt nur noch eine Nebenrolle. Weitere Ursachen für die hohen Preise sind laut den Analysten auch im wachsenden Absatz neuer PCs zu suchen, der dieses Jahr durch die neuen Intel-Prozessoren Ivy Bridge und das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8 starken Auftrieb bekommen soll. Darüber hinaus sorgt auch der Boom beim Cloud Computing für einen steigenden Bedarf an Festplatten.