Batteriezellen Made in Germany?: Die Milliardenfrage bei E-Autos

Bei einem wichtigen Zukunftsthema ist die deutsche Autoindustrie ins Hintertreffen geraten. Die Batteriezellen für E-Autos kommen vor allem aus Asien. Hat das Hochpreisland Deutschland eine Chance?

(Foto: Daniel Krasoń - Fotolia)

Motor und Getriebe. Darin vor allem ist die deutsche Autoindustrie bislang stark. Ihre Gewinne macht sie hauptsächlich mit schweren SUV, und die werden meistens von einem Diesel angetrieben. Zwar investieren Volkswagen, BMW und Daimler Milliarden in die E-Mobilität. Doch Elektroautos brauchen Batterien, und das Herzstück der Batterien sind Batteriezellen. Dieser Markt aber wird von asiatischen Konzernen dominiert. Die deutsche und europäische Autoindustrie droht in Abgängigkeit zu geraten. Die asiatischen Batteriehersteller könnten zum Beispiel die Preise diktieren. Vor allem, wenn die E-Mobilität wie von vielen Experten prognostiziert bald den Massenmarkt erobert und somit die Nachfrage ansteigt.

Im gleichen Maße, in dem die Elektrifizierung sich verbreite, werde es zum Problem, wenn ein Wertschöpfungselement fehle, sagt der Autoexperte Stefan Bratzel. Stattdessen mache sich die Branche abhängig: »Da geht man schon ein Risiko ein. Das einfach so den Asiaten zu überlassen, halte ich für hochkritisch.« Batteriezellen sind entscheidend bei der Fertigung der Batterien für E-Autos. Asiatische Unternehmen beherrschen den Markt - allen voran der japanische Elektronikriese Panasonic, der etwa Tesla beliefert. Dazu kommen noch die südkoreanischen Konzerne LG, bei dem zum Beispiel Daimler seine Zellen kauft, sowie Samsung. Ein weiterer größerer Anbieter ist etwa der chinesische CATL-Konzern.

Das Problem ist: Eine Fertigung von Batteriezellen in Deutschland ist teuer. Das liegt vor allem an den vergleichsweise hohen Strom- sowie Personalkosten. Dennoch rückt eine eigene Batteriezellenfertigung zunehmend in den Blickpunkt - auch der Politik. Denn es geht am Ende um Jobs.

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