Intel unter Druck: Apple plant eigene Mac-CPUs

Die Vorstellung seiner neusten Prozessoren Anfang der Woche wurde Intel gehörig verhagelt. Nur wenige Stunden zuvor war bekannt geworden, dass der Großkunde Apple plant, seine Macs künftig nur noch mit eigenen CPUs auszurüsten.

Apple will seine Macs künftig mit eigenen CPUs ausstatten
(Foto: Apple)

Nach einigen schweren Monaten im rauen Fahrwasser der CPU-Sicherheitslücken »Meltdown« und »Spectre« hatte der Chipgigant Intel für die Osterzeit eigentlich eine Art kleine Wiederauferstehung geplant. Dafür sollte vor allem die Vorstellung von mehr als 20 neuen Prozessoren der aktuellen achten Core-i-Generation »Coffee Lake« sowie vier neuen Chipsätzen aus der zugehörigen 300er-Serie sorgen. Trotz einiger durchaus spannender Produkte in diesem neuen Lineup, wie etwa dem ersten Core i9 für Notebooks (Core i9-8950HK), neuen Xeon-Modellen für Server und Workstations sowie besonders energiesparenden U-Modellen mit »Iris Plus«-GPU, wurde daraus jedoch nichts.

Schuld daran war ausgerechnet Intels Premium-Kunde Apple. Denn nur wenige Stunden vor dem Event sickerte durch, dass Apple sich ab 2020 von den Intel-CPUs in sämtlichen Mac-Computern verabschieden will. Ihren Platz sollen laut dem Wirtschaftsinformationsdienst Bloomberg zugetragenen Insider-Plänen künftig eigene Prozessoren aus den Entwicklungslaboren von Apple einnehmen. Angesichts der Tatsache, dass Apple für rund fünf Prozent des Jahresumsatzes von Intel verantwortlich zeichnet, ein herber Rückschlag, der auch an den Börsen sofort für deutliche Verluste der Intel-Papiere sorgte.

Doch nicht nur finanziell dürften die Pläne von Apple Intel zusetzen, noch viel mehr kratzt der Abschied des Premium-Kunden am Image. Immerhin ist die Trennung symptomatisch für Intels aktuelle Probleme und deren Ursachen.

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