Gebrauchter BMW statt neuem Fiat: Starke Margen im zweiten Lebenszyklus

Schon seit mehreren Jahren kennt der Markt für gebrauchte IT nur eine Richtung: aufwärts. Zusammen mit guten Margen und der Aussicht auf neue Geschäftschancen überzeugt das immer mehr Reseller, in das Geschäft mit Secondhand-IT einzusteigen.

Während Gebrauchte im Automobilmarkt selbstverständlich sind, setzen sie sich in der IT erst allmählich durch - mit starkem Wachstum
(Foto: Wellnhofer Designs - Fotolia)

Wer sich ein Auto kaufen will, für den ist es meist selbstverständlich, sich auch nach gebrauchten Fahrzeugen umzusehen. Aufgrund des Wertverfalls wird den Kunden hier für deutlich weniger Geld mehr geboten. In besonderem Maße gilt dies für relativ junge Gebrauchtwagen, die in Ausstattung und Technik voll auf der Höhe der Zeit sind und zumeist top gewartet und gepflegt wurden. Selbst die Fahrzeughersteller und -händler nutzen diesen Effekt aus, indem sie beispielsweise über Tageszulassungen Rabatte anbieten oder ihren Kunden Jahreswagen und andere sehr gut erhaltene Fahrzeuge mit ähnlichen Garantiepaketen wie bei Neufahrzeugen anbieten. Wären die steuerlichen Regeln für Geschäftsfahrzeuge anders gestaltet, würden sich auch Unternehmen sicherlich noch häufiger auf diesem Markt bedienen.

Was bei der Deutschen liebstem Kind also völlig selbstverständlich ist, bleibt im ITK-Bereich hingegen bislang die Ausnahme. Zwar wächst die Nachfrage ständig, aber noch immer wird nur ein kleiner Bruchteil der neu verkauften Geräte und Software nach ihrer Ausmusterung, die im Business-Bereich recht festen Zyklen folgt, einem zweiten Lebenszyklus zugeführt. Dabei sind die Vorteile hier ganz ähnlich gelagert wie beim Automobil. Im Gegensatz zu gebrauchten Fahrzeugen sind die Abnutzungserscheinungen und der Verschleiß bei Hardware sogar nur minimal und bei Software sogar – abgesehen vielleicht vom Auslaufen des Supports – überhaupt nicht gegeben. Dennoch sind noch immer sind viele Unternehmen skeptisch, sich gebrauchte IT zu kaufen. Gleichzeitig haben sie oft keine Ahnung, welchen Wert ihre überschüssigen Assets noch haben.

Während kein Unternehmen auf die Idee kommen würde, einen drei Jahre alten Geschäftswagen einfach zu verschrotten, ist dies bei der IT-Infrastruktur Alltag. Genau hier liegt eine große Chance für den Fachhandel, sich das enorme noch ungenutzte Potenzial in diesem schnell wachsenden Markt zu erschließen. Professionelle Partner, die sich auf gebrauchte IT spezialisiert haben, machen ihnen den Einstieg in dieses Geschäftsfeld leicht. »In den letzten Jahren spielt aufbereitete Technik in den Köpfen der Verbraucher eine immer wichtigere Rolle. Diese gestiegene Nachfrage kommt über die Händler auch bei uns an«, beschreibt etwa Christoph Runge, Geschäftsführer der api-Tochter COS Computer, die gestiegene Wahrnehmung für nachhaltige Angebote auch im IT-Sektor.