Gebrauchter BMW statt neuem Fiat: Starke Margen im zweiten Lebenszyklus

Schon seit mehreren Jahren kennt der Markt für gebrauchte IT nur eine Richtung: aufwärts. Zusammen mit guten Margen und der Aussicht auf neue Geschäftschancen überzeugt das immer mehr Reseller, in das Geschäft mit Secondhand-IT einzusteigen.

Flaschenhals Einkauf

(Foto: mekcar - Fotolia)

Nach der übereinstimmenden Erfahrung der Refurbisher spielt neben dem Preis das Argument der Nachhaltigkeit bei den Kunden eine immer größere Rolle. Jährlich werden in Deutschland laut Analysten wie IDC und Gartner mehr als vier Millionen Business-PCs und –Notebooks verkauft. Diese Zahl bleibt seit einigen Jahren relativ konstant. Da inzwischen fast jeder Arbeitsplatz computerisiert ist, ist davon auszugehen, dass ein Großteil davon vorhandene Altgeräte ersetzt, die ihren Abschreibungszeitrahmen überschritten haben.

Eigentlich wäre somit davon auszugehen, dass alljährlich auch eine ähnlich hohe Anzahl an Geräten ausgemustert wird und somit theoretisch für einen zweiten Lebensweg in Frage käme. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Während niemand auf die Idee käme, einen nur drei Jahre alten und top gepflegten Geschäftswagen zu verschrotten, wird in der IT nur ein winziger Bruchteil der abgeschriebenen Geräte einer Weiterverwendung zugeführt. Immer wieder stellen die Refurbisher fest, dass Firmen ihre Altgeräte wie noch vor zehn Jahren nach der Abschreibung und wertlos halten und verschrotten, obwohl es dafür eine Nachfrage gäbe. Das führt einerseits zu einer erheblichen Ressourcenverschwendung und Belastung der Umwelt. Laut einer Studie des Resource Lab der Universität Augsburg werden alleine in Bayern jedes Jahr 33.000 Tonnen funktionsfähige Geräte als Elektroschrott entsorgt. Andererseits werfen die Firmen damit bares Geld weg.

Hier liegt eine weitere große Geschäftschance für die Refurbisher und ihre Partner. Neben einer Vergütung für den Restwert übernehmen sie auch Leistungen wie den Abbau, die Abholung und nicht zuletzt das sichere Löschen der Daten. Dadurch wird bei den Unternehmen Budget für andere Anschaffungen und Projekte frei, von dem die Partner zusätzlich zu ihrer Provision profitieren können. »Mit dem An- und Verkauf gebrauchter Hardware können Systemhäuser nicht nur direkt Geschäft machen, sondern ihren Kunden auch helfen Budget freizuschaufeln, das dann für andere wichtige Projekte genutzt werden kann«, fasst GSD-Chef Schweitzer zusammen.