Konsolidierung nach Alstom-Übernahme: General Electric streicht in Deutschland rund 1.000 Jobs

Rund 4.500 Stellen will General Electric in den nächsten Monaten in Europa abbauen, fast ein Viertel davon in Deutschland.

Der US-Industriekonzern General Electric (GE) will laut einem Medienbericht rund 1.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen. Im Geschäftsbereich der 2015 übernommenen Energiesparte des französischen Konkurrenten Alstom werde man insgesamt 4.500 Jobs in Europa streichen, berichtetet die Wirtschaftszeitung »Les Echos« unter Berufung auf Gewerkschaftskreise. Davon entfielen auf Deutschland 1.000 bis 1.050 Stellen, auf die Schweiz bis zu 1.300 und auf Großbritannien bis zu 670. Ein Sprecher von GE wollte diese Zahlen am Mittwoch nicht bestätigen, kündigte aber eine Mitteilung am Donnerstag an. Die IG Metall äußerte sich in Frankfurt zunächst nicht.

GE beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben an mehr als 50 Standorten rund 10 000 Mitarbeiter. Der Mischkonzern hatte Anfang 2016 bereits die Streichung Tausender Stellen in Europa angekündigt, in Deutschland war vor allem Mannheim betroffen. Der amerikanische Industrie-Riese ist auch wegen hausgemachter Probleme unter Druck und versucht, mit einem Konzernumbau die Wende zu schaffen. So machte sich GE mit dem Kauf der Energiesparte von Alstom noch abhängiger vom schwankenden Öl- und Gasgeschäft. Kurz danach brachen an den Weltmärkten die Rohstoffpreise ein. Jüngst kündigte GE daher an, die Dividende zu kürzen und sich auf die Bereiche Luftfahrt, Energie sowie Medizintechnik zu konzentrieren. Ratingagenturen hatten ihre Einschätzung für GE gesenkt.