IT-Infrastruktur in Zeiten der Cloud: Auch die Cloud läuft nicht ohne Server

Immer mehr Unternehmen nutzen Cloud-Services. Der Trend zu IT-as-a-Service bedeutet jedoch nicht, dass keine Server mehr angeschafft werden. Für viele Anwendungen setzen Firmen nach wie vor auf eine eigene IT-Infrastruktur.

(Foto: Fotolia 135808107 Tommy Lee Walker)

Das Geschäft mit IT-Infrastruktur ist schon lange kein Selbstläufer mehr. Vor allem die Nachfrage nach klassischen Serversystemen war zuletzt viele Quartale rückläufig. Im zweiten Quartal 2017 konnten laut Gartner die weltweiten Verkaufszahlen wie auch die Server-Umsätze aber wieder leicht zulegen (CRN berichtete).

Jeffrey Hewitt, Research Vice President bei Gartner, sieht dafür zwei Hauptfaktoren. Das große regionale Wachstum im asiatisch-pazifischen Raum – hauptsächlich in China – resultiere hauptsächlich aus dem Ausbau von Rechenzentren. Der zweite Faktor sei das anhaltende Wachstum von Hyperscale-Rechenzentren, von dem vor allem die ODM-Fertiger profitieren würden.

Nicht alle Hersteller konnten deshalb an diesem Aufschwung partizipieren. Marktführer Hewlett Packard Enterprise (HPE) verteidigte zwar seine Position, musste im zweiten Quartal 2017 aber einen Umsatzrückgang von fast zehn Prozent hinnehmen, während Verfolger Dell EMC seine Umsätze um sieben Prozent steigern konnte. Der US-Hersteller hat in den letzten Jahren mit aggressivem Princing einen größeren Anteil vom Servermarkt erobert. Den größten Teil dieses Erfolgs verdanke Dell EMC seinen Partnern, betont Chanelchef John Byrne. Diese hätten im zweiten Quartal 2017 das Servergeschäft mit Dell EMC um 22 Prozent gesteigert. Der fusionierte IT-Hersteller hatte nach der Übernahme von EMC seine Partner aufgefordert, mehr Produkte aus dem gemeinsamen Portfolio zu vertreiben. Langjährige EMC-Partner würden mittlerweile sehr erfolgreich auch Dell-EMC-Server verkaufen, so Byrne. Und dieser Zuwachs ginge zu einem großen Teil zu Lasten des Erzrivalen HPE.