Keine Steckdose mehr frei: So leidet Oslo unter den Elektroautos

Elektroautos sind ein großes Thema auf der Branchenmesse IAA. In Norwegen hat die Politik den Verkauf von Elektrofahrzeugen enorm angekurbelt. Die Stadt Oslo hat nun aber ein Problem: Sie kommt mit dem Bau von Ladestationen nicht hinterher.

Garagen mit Steckdosen fehlen

Die Kommune muss nur sehen, dass sie hinterherkommt. Die größte Herausforderung sei es jetzt, so Portvik, dass 60 Prozent der Osloer Bevölkerung in einer Wohnung lebe, also nicht in einem Einfamilienhaus mit Garage, in der sie ihren Wagen über Nacht aufladen können. Deshalb drängt man Wohnungsbaugenossenschaften und große Vermieter, ihre Parkgaragen mit Steckdosen auszustatten. Doch die Anzahl der Ladestationen zu vergrößern, sei nicht die Lösung, meint Portvik. »Wir müssen dafür sorgen, dass das System effektiver wird», sagte er. «Wir brauchen smartere, schnellere Lader und Mobilitätshäuser, wo man nicht nur sein Auto laden kann, sondern auch sein E–Fahrrad, E-Motorrad, E-Scooter und so weiter.»

Das kleine Land Norwegen, in dem 98 Prozent der Energie aus Wasserkraft gewonnen wird, eignet sich prima als Versuchskaninchen. Die Elektrowagenvereinigung bekommt mindestens zweimal die Woche Besuch aus dem Ausland, von Journalisten, Politikern und Branchenvertretern. «Wir sind ein guter Testmarkt», erklärt Haugneland. «Unsere Mitglieder testen das hier in der Realität, das ist kein Labortest. Wir zeigen, wie der Markt in anderen Ländern in ein paar Jahren aussehen kann.»

Norwegen sei davon abhängig, dass andere Länder folgen und ihren Beitrag dazu leisten, dass dieser Markt in Gang komme, so Haugneland. Vor allem von Deutschland erhofft er sich eine «Auto-Wende». Auch wenn Kritiker sagten, dass Elektroautos in Deutschland nicht umweltverträglich seien, weil sie mit Strom aus Braunkohle fahren. «Wir können nicht warten, bis alle Elektrizität erneuerbar ist, bevor wir mit dem Austausch unseres Automobilparks beginnen. Das muss parallel geschehen.» Mit dem stetigen Ausbau erneuerbarer Energien werde ein Elektroauto ja von Jahr zu Jahr reiner und reiner.

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Kommentare (3) Alle Kommentare

Antwort von Ralf , 14:32 Uhr

Sollte man sich nicht erst einmal schlau machen, bevor man eine nicht zielführende Äußerung zum Besten gibt?

klimaretter.info/politik/hintergrund/18492-noch-mehr-oekostrom-in-skandinavien

Mit 98 Prozent stammt fast der gesamte Strombedarf des Landes aus heimischen Wasserkraftwerken. Norwegen hat weder Atomkraft noch Kohlekraft, außer einem Kraftwerk auf der Inselgruppe Spitzbergen. Weil Energie billig ist, ist auch der Verbrauch überdurchschnittlich hoch.

Antwort von Ralf , 14:32 Uhr

Sollte man sich nicht erst einmal schlau machen, bevor man eine nicht zielführende Äußerung zum Besten gibt?

Mit 98 Prozent stammt fast der gesamte Strombedarf des Landes aus heimischen Wasserkraftwerken. Norwegen hat weder Atomkraft noch Kohlekraft, außer einem Kraftwerk auf der Inselgruppe Spitzbergen. Weil Energie billig ist, ist auch der Verbrauch überdurchschnittlich hoch.

Antwort von Tom , 11:48 Uhr

… und natürlich wird der erforderliche Strom durch die in die Steckdosen integrierten Hamsterräder direkt von den niedlichen kleinen Tierchen vor Ort erzeugt … ach nein, halt - die tausende Kilometer entfernten Atomkraftwerke im Ausland dürfen dort ruhig die Umwelt belasten, Hauptsache wir fahren ökologisch mit Strom.