Keine Steckdose mehr frei: So leidet Oslo unter den Elektroautos

Elektroautos sind ein großes Thema auf der Branchenmesse IAA. In Norwegen hat die Politik den Verkauf von Elektrofahrzeugen enorm angekurbelt. Die Stadt Oslo hat nun aber ein Problem: Sie kommt mit dem Bau von Ladestationen nicht hinterher.

Zuckerbrot und Peitsche

Diese Förderung kostet den Staat eine Menge Geld. Dennoch hat das Parlament entschieden, dass bis 2020 erst einmal nicht daran gerüttelt werden soll. Ein Grund dafür ist die ehrgeizige Verpflichtung, dass bis 2025 alle neu zugelassenen Autos in Norwegen Nullemissionsfahrzeuge sein sollen. Erreichen will man das mit einem Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche. Zuckerbrot in Form von Abgabenbefreiung für die, die mit Strom fahren. Peitsche in Form von hohen Abgaben und hohen Benzinpreisen, für die, die weiter mit fossilem Brennstoff fahren.

Über das Zuckerbrot herrscht bei den Parteien im Parlament breite Einigkeit. Über die Peitsche ist man sich nicht einig. Vor allem die rechtspopulistische Fortschrittspartei, die nach den Wahlen Mitte September wieder eine Regierungsbeteiligung anstrebt, will das Autofahren nicht teurer machen. Ihrem Widerstand ist es zu verdanken, dass die Erhöhung der Abgaben auf Benzin- und Diesel vor einem Jahr moderat blieb, der Peitscheneffekt damit also ausblieb.

Die E-Experten Haugneland und Portvik sind dennoch beide der Meinung, dass das Ziel 2025 zu schaffen sei. »Es kommen ja nun in den nächsten Jahren viele neue Modelle auf den Markt, und so lange diese Förderpolitik fortgesetzt wird, halten wir das für möglich.« Man könne ja sehen, wie schnell sich das in den letzten fünf Jahren in Norwegen entwickelt habe. »Bis 2025 wird viel passieren.« Auch Portvik von der Kommune glaubt, dass sich die Entwicklung noch beschleunigen werde. »Ich glaube an ein Wachstum bei den Elektrofahrzeugen, wenn die Batterien größer und die Ladegeräte schneller werden und mehr Modelle auf den Markt kommen.«

Kommentare (3) Alle Kommentare

Antwort von Ralf , 14:32 Uhr

Sollte man sich nicht erst einmal schlau machen, bevor man eine nicht zielführende Äußerung zum Besten gibt?

klimaretter.info/politik/hintergrund/18492-noch-mehr-oekostrom-in-skandinavien

Mit 98 Prozent stammt fast der gesamte Strombedarf des Landes aus heimischen Wasserkraftwerken. Norwegen hat weder Atomkraft noch Kohlekraft, außer einem Kraftwerk auf der Inselgruppe Spitzbergen. Weil Energie billig ist, ist auch der Verbrauch überdurchschnittlich hoch.

Antwort von Ralf , 14:32 Uhr

Sollte man sich nicht erst einmal schlau machen, bevor man eine nicht zielführende Äußerung zum Besten gibt?

Mit 98 Prozent stammt fast der gesamte Strombedarf des Landes aus heimischen Wasserkraftwerken. Norwegen hat weder Atomkraft noch Kohlekraft, außer einem Kraftwerk auf der Inselgruppe Spitzbergen. Weil Energie billig ist, ist auch der Verbrauch überdurchschnittlich hoch.

Antwort von Tom , 11:48 Uhr

… und natürlich wird der erforderliche Strom durch die in die Steckdosen integrierten Hamsterräder direkt von den niedlichen kleinen Tierchen vor Ort erzeugt … ach nein, halt - die tausende Kilometer entfernten Atomkraftwerke im Ausland dürfen dort ruhig die Umwelt belasten, Hauptsache wir fahren ökologisch mit Strom.