Telefunken, Grundig, Nordmende: Das zweite Leben für Traditionsmarken

Die moderne Unterhaltungselektronik wurde maßgeblich von Unternehmen aus Deutschland mitbegründet. Doch diese Firmen sind bis fast alle schon vor Jahren untergegangen. Doch für manche gestrauchelte Traditionsmarken gibt es ein erfolgreiches Leben nach der Insolvenz.

Erst Vorreiter, dann in Schwierigkeiten

Neben Telefunken gibt es eine lange Reihe von Elektronikunternehmen aus Deutschland, die einst weltweit Akzente gesetzt haben, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. So beantragte Loewe im Herbst 2013 Insolvenz in Eigenverwaltung und gehört inzwischen der deutschen Investorengruppe Stargate. Auf der IFA versucht Loewe, mit futuristisch designten OLED-Fernsehern im oberen Marktsegment zu punkten.

Das fränkische Unternehmen Metz, das seit den Fünfzigerjahren Fernseher produziert hat, ging 2014 insolvent und landete dann beim chinesischen TV-Hersteller Skyworth. Auf der IFA zeigt Metz seinen ersten LCD-Fernseher mit HDR-Technologie. Der höhere Kontrastbereich bei HDR (High Dynamic Range) verspricht ein lebendigeres Bild mit klarer Durchzeichnung in Schatten und in hellen Bereichen.

Während Metz einem verkleinerten Mitarbeiterstamm weiterhin im fränkischen Zirndorf TV-Geräte baut, hat sich der einstige Elektronikriese Grundig komplett aus Franken verabschiedet. Das 1946 gegründete Nürnberger Traditionsunternehmen rutschte nach einem jahrelangen Niedergang im Jahr 2003 in Insolvenz und wurde zerschlagen. Auch hier überlebte immerhin der Markenname.

Seit 2007 gehört Grundig zur türkischen Holding Koç, die mehrheitlich den Haushaltsgeräte-Hersteller Arçelic hält. In Nürnberg blieben zunächst noch Verwaltung, Planung und Logistik. Vor einem Jahr wurde aber auch der Grundig-Stammsitz in Nürnberg aufgegeben. Den verbliebenen 72 Mitarbeitern wurde angeboten, nach Neu-Isenburg in Hessen umzuziehen, wo die türkische Grundig-Mutter ihre Deutschland-Aktivitäten bündelt. In Nürnberg hatten einst bis zu 39.000 Menschen für Grundig gearbeitet.

Grundig will auf der IFA 2017 ebenfalls mit einem OLED-Fernseher punkten, der ebenfalls die HDR-Technologie beherrscht. Ähnlich wie bei Telefunken findet man unter der Marke Grundig aber inzwischen auch «weiße Ware», also Waschmaschinen, Kühlschränke, Staubsauger sowie große und kleine Geräte für die Küche.