Trotz Milliardenverlust:: Toshiba kann Börsenrauswurf vorerst abwehren

Obwohl der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr rund 7,5 Milliarden Euro Verlust geschrieben hat, darf Toshiba vorerst an der Börse in Tokio gelistet bleiben - wenn auch nur in zweiter Reihe.

(Foto: Toshiba)

Der angeschlagene japanische Technologiekonzern Toshiba muss sich in absehbarer Zeit nicht von der Börse in Tokio zurückziehen, nachdem ein Auditor die jüngsten Geschäftszahlen mit einer »qualifizierten Meinung« beglaubigt hat. Danach erzielte der Konzern im vergangenen Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 965,7 Milliarden Yen (7,5 Milliarden Euro), teilte das Unternehmen am Donnerstag in Tokio mit. Das 142-jährige Unternehmen kann damit ein sofortiges Delisting von der Tokyo Stock Exchange (TSE) vorläufig abwehren. Auschlaggebend war, dass die verzögerten Finanzergebnisse vom Wirtschaftsprüfer Pricewaterhousecoopers Aarata (PwC) teilweise genehmigt wurden. Der Abschlussprüfer erteilte jedoch auch eine »negative Stellungnahme«, weil die internen Kontrollen bei Toshiba bei den hohen Verlusten im Zusammenhang mit dem übernommenen US-Atomkraftunternehmen Westinghouse Electric versagt hätten. Außerdem seien die Zahlen zu spät verbucht worden. Toshiba hatte bereits Anfang August die erste japanische Börsenliga verlassen müssen und ist seitdem ncht mehr im Leitindex Nikkei 225 vertreten. Toshiba-Aktien wanderten damit in das darunterliegende Börsensegment.

Ein Bilanzskandal und die Insolvenz von Westinghouse Electric hatten Toshiba in eine schwere Krise gestürzt. Das einstige japanische Vorzeigeunternehmen schreibt seitdem hohe Verluste. Um finanziell Luft zu bekommen, will Toshiba seine gut laufende Speicherchipsparte verkaufen. Ein Delisting von der Tokyo Stock Exchange erfolgt automatisch, wenn ein Konzern zwei Jahre in Folge Rekord-Negativergebnisse vorlegt.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von PC-Flüsterer Bremen , 20:53 Uhr

Ein junger Australier, der Laptops repariert, hatte jahrelang Reparaturunterlagen vieler Hersteller gesammelt und im Internet öffentlich zugänglich gemacht. Toshiba war das ein Dorn im Auge, schließlich sollen die Kunden in die teuren Vertragswerkstätten gezwungen werden. Im Jahre 2012 hat schließlich Toshiba die Veröffentlichung der Reparaturunterlagen verboten. Als juristischen Hebel dafür haben sie das Urheberrecht missbraucht. Seitdem ist Toshiba für mich gestorben. Es gibt positive Gegenbeispiele, und die empfehle und verkaufe ich seitdem: Dell, HP und Lenovo veröffentlichen komplette Reparaturunterlagen für ihre Geräte. Das lobe ich mir. Reparierbare Geräte und Unterstützung bei der Reparatur sind Voraussetzung für Nachhaltigkeit.