Hyperkonvergenz von Losstech: »Bei 400 Millionen Euro könnte ich schwach werden«

Vergesst Silicon Valley, schaut nach Lutzhorn, sagt Boris Hajek. In der ländlichen Idylle nördlich von Hamburg entwickelt er Hochleistungsserver für schnellstes Cloud Computing und mischt gerade den Hyperkonvergenz-Markt auf.

Mit der Losstech hat Boris Hajek Deutschlands ersten Hersteller für hyperkonvergente Server gegründet
(Foto: Losstech)

CRN: Hyperkonvergente Systeme wachsen derzeit dramatisch. Aber kann ein kleiner Hersteller gegen die Großen in diesem Markt etwas ausrichten?

Boris Hajek: Ja sicher. In diesem boomenden Wachstumsmarkt können auch kleine Hersteller wie die Losstech punkten. Wir haben erkannt, dass die Nachfrage nach preisgünstigen und dennoch sehr leistungsfähigen System da ist. Wichtig ist, dass wir durch Vertrauen im Channel überzeugen. Daher setzen wir auf Teststellungen unserer Sanxaler-Modelle, Webinare und vor allem sehr guten Service. Das positive Feedback zeigt uns: Wir sind auf dem richtigen Weg.

CRN: Welche Zielgruppen haben Sie im Auge?
Hajek: Wir sehen gute Chancen in vier Absatzmärkten: Reseller – also Systemhäuser und MSPs, die Öffentliche Hand, Kliniken und Krankenhäuser und vor allem Datev-Partner. Im Channel sind wir bereits unterwegs und vertreiben über Comteam an deren Systemhausmitglieder.

CRN: Mit welchem Erfolg?
Hajek: Wir haben preisgünstige und daher für kleinere mittelständische Systemhäuser finanzierbare Systeme. Ich muss aber einräumen: Hyperkonvergenz ist ein Thema, das in diesem Markt noch nicht angekommen ist. Ich halte aber fest daran, über die Partnerlandschaft zu vertreiben.

CRN: Es gibt ja auch spezialisierte VADs oder wären auch OEM-Partnerschaften für Losstech interessant?

Hajek: Über die Distribution zu verkaufen ist derzeit noch kein Thema, ein OEM-Geschäft ebenfalls nicht. Wir denken da eher an Kooperationen mit Softwareherstellern, die beispielsweise Kliniksysteme anbieten.


CRN:
Warum sollten ausgerechnet Klinken und die Öffentliche Hand auf Losstech-Technologien anspringen?

Hajek: Gerade Krankenhäuser stehen unter einem enormen Kosten- und sicher auch Innovationsdruck. Sie haben in der Regel wenig IT-Personal, müssen dennoch ihre operativen Kosten weiter senken und die Systeme müssen absolut ausfallsicher sein, was durch aktuelle Bedrohungen wie Ransomware ja leider nicht jeder Klinik gelungen ist. Die IT-Verantwortlichen suchen nach fertigen Betriebskonzepten und zuverlässigem Service. Das können wir bieten. Außerdem sind Design unserer IT-Architektur und Assemblierung »made in Germany«. Wir haben damit nicht nur technologisch und preislich einen Vorteil gegenüber großen Wettbewerbern aus dem Ausland, sondern können im Behördengeschäft auch mit unserem Entwicklungs- und Fertigungsstandort in Lutzhorn punkten.

CRN: Kosten zu senken versprechen alle Anbieter von hyperkonvergenten Systemen. In diesem Punkt ist Losstech in guter Marketinggesellschaft mit den Großen.

Hajek: Ich kann nur für uns und gerne mit Fakten sprechen. Wir haben eine Sanxaler-Installation in einem großen Berliner Krankenhaus durchgeführt. Die Vorher-Nachher-Betrachtung der Energiebilanz für die Kühlung sieht so aus, dass die Klinik ihre Stromkosten von 350.000 Euro jährlich um 245.000 Euro senken konnte – eine Ersparnis von 70 Prozent, analog zur Einsparung von CO2. Abseits der Betriebswirtschaft wäre das ein absolutes Highlight in jedem Nachhaltigkeitsbericht.

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