HPE entwickelt Memory-Driven Computing: Mit neuartigen Computerhirnen gegen das Vergessen

Wissenschaftler könnten aus riesigen Datenbergen Ursachen für Krankheiten erforschen. Dafür brauchen sie Computer mit quasi unendlichem Arbeitsspeicher wie HPEs »The Machine«. Das könnte nicht nur die Hirnforschung revolutionieren.

Das DZNE entwickelt neue Methoden zur Diagnose, Behandlung und Vorsorge neurodegenerativer Erkrankungen. Um Muster aus dem riesigen Datenpool von MRT-Aufnahmen erkennen zu können, braucht es eine neue Server-Architektur wie sie HPE in »The Machine« entwickelt hat.
(Foto: DZNE)

Die Architektur aller heutigen Computer ist bereits über 60 Jahre alt. Dadurch sind sie schon jetzt in einigen Bereichen nicht mehr in der Lage, das exponentielle Datenwachstum zu bedienen. Probleme bereitet das zum Beispiel in der medizinischen Forschung. Davon ist auch das Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) mit Sitz in Bonn betroffen, das unter anderem die Parkinson- und Alzheimer-Krankheit untersucht. So fallen bei der Bildgebung und Analyse von Erb-informationen ungeheure Mengen an Rohdaten an.

Die Begrenzungen der heutigen Computer-Architektur zu überwinden ist das Ziel des Forschungsprogramms »The Machine« von Hewlett Packard Enterprise (HPE) – eines der größten Forschungsvorhaben in der Geschichte des IT-Pioniers. Als Resultat dieser Forschung hat HPE kürzlich den ersten Prototyp einer radikal neuen Computer-Architektur in Betrieb genommen. Ihr Kern ist nicht mehr der Prozessor, sondern ein neuartiger, sehr großer Speicher.

HPE nennt seine neue Architektur »Memory-Driven Computing«. Damit lässt sich die Rechenleistung viele tausend Mal steigern. HPE will diese Architektur allgegenwärtig machen: Sie soll in Miniaturgröße in Sensoren oder Autos ebenso laufen wie als Supercomputer, groß wie ein Schiffscontainer. Damit eröffnen sich bisher nicht dagewesene Möglichkeiten in einer Reihe von Einsatzfeldern.

Nun hat HPE einen Kooperationsvertrag mit dem DZNE geschlossen. Das DZNE will als euro­päischer Partner die neuartige Rechner-Architektur in der naturwissenschaftlich-medizinischen Forschung einsetzen. Dabei werden sowohl Rechner in Palo Alto genutzt als auch Entwicklungssysteme beim DZNE eingesetzt. Am Ende wollen die Partner den Forschungsprozess beschleunigen und dessen Präzision durch die Analyse größerer Datenmengen erhöhen.

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