Boston Dynamics und Shaft wechseln den Besitzer: Softbank kauft Alphabets Roboter-Töchter

Nach monatelanger Suche hat Googles Mutterkonzern Alphabet einen Käufer für den Roboterhersteller Boston Dynamics gefunden: den japanischen Technologiekonzern Softbank, der damit einhergehend gleich noch Shaft mit übernimmt.

Alphabet verkauft Boston Dynamics an Softbank
(Foto: Boston Dynamics Youtube Screenshot)

Der japanische ITK-Konzern Softbank setzt seine Einkaufstour quer durch die Technologiebranche fort. Das Unternehmen, das unter anderem bereits Beteiligungen an Alibaba, Nvidia und Yahoo besitzt und im letzten Jahr auch den Chiphersteller ARM übernommen hat, kauft jetzt auch noch die beiden Roboterhersteller Boston Dynamics und Shaft von Alphabet. Boston Dynamics hat zwar bisher kaum marktreife Roboter im Portfolio, dafür aber jede Menge aufsehenerregender Prototypen und gilt daher insbesondere im militärischen Bereich als vielversprechender Pionier dieser Zukunftsbranche. Bei Google hatte die Übernahme des Robotik-Pioniers 2013 für viel Kritik gesorgt, wiedersprach der militärische Einsatzzweck der elektromechanischen Zwei-und Vierbeiner doch klar dem selbst auferlegten Motto »Don't Be Evil«. Hauptargument für den Verkauf war für Alphabet jedoch das aktuell zu geringe Umsatzpotenzial von Boston Dynamics.

Der zweite an Softbank verkaufte Roboterhersteller, Shaft, hat sich hingegen auf menschenähnliche Roboter konzentriert, die vor allem als Haushaltshelfer sowie Service- und Pflegekräfte genutzt werden können. In diesem Bereich hat Softbank mit »Pepper« bereits selbst ein ähnliches Produkt im Angebot. Der Roboter mit einem interaktiven Display vor dem Bauch, dessen Stärke vor allem in ausgeprägten sozialen Interaktionsfähigkeiten liegt, wurde maßgeblich vom französischen Hersteller Aldebaran entwickelt, der inzwischen ebenfalls mehrheitlich Softbank gehört. Mit den zwei Zukäufen verstärkt Softbank seine Robotik-Sparte also weiter. Alphabet hingegen scheint in dem einst besonders engagiert bearbeiteten Feld keine allzu großen Ambitionen mehr zu hegen, seit mit Android-Erfinder Andy Rubin 2014 die treibende Kraft hinter der Robotik-Sparte das Unternehmen verlassen hat. Den Preis für die Doppel-Übernahme behielten die beiden Parteien für sich.