Schwacher PC-Markt zwingt Asus zum Umdenken: Asus will weg vom Desktop-PC

Wegen der schwächelnden Nachfrage will Asus das Geschäft mit Desktop-PCs eindampfen. Der Fokus soll künftig auf All-in-One- und Gaming-PCs liegen. In Deutschland setzt der Hersteller die neue Produktstrategie schon um.

Jan Schneider ist seit kurzem Country Head Deutschland bei Asus
(Foto: Asus)

Mit einem Wechsel seiner Produktstrategie reagiert Asus auf die seit vielen Quartalen rückläufige Nachfrage nach klassischen PCs. Wie die taiwanische Digitimes berichtet, will der Hersteller deutlich weniger Consumer Desktop-PCs vermarkten und sich stattdessen verstärkt auf die Wachstumssegmente All-in-One- und Mittelklasse- bis Highend-Gaming-PCs konzentrieren. Mit klassischen Business-Desktops soll künftig vorrangig der chinesische und taiwanische Heimatmarkt adressiert werden. Traditionelle Tower-PCs würden immer mehr von Notebooks verdrängt und selbst die Nachfrage nach Mini-PCs wäre in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres zurückgegangen.

Laut Digitmes lieferte Asus 2013 rund eine Million Desktop-PCs aus. 2014 verdoppelte sich der Absatz auf zwei Millionen und stieg 2015 auf knapp drei Millionen Rechner. Im vergangenen Jahr brachen die Verkaufszahlen dann auf weniger als eine Million Desktop-PCs ein.

In Deutschland hat Asus den Strategiewechsel schon eingeleitet. Wie der neue Country Manager Jan Schneider vor kurzem im Gespräch mit CRN bestätigte, würde das Produktsegment der klassischen Desktop-PCs nicht mehr weitergeführt (CRN berichtete). Im Businessbereich würden nur noch die erfolgreicheren Mini-PCs angeboten. Die Standard-Desktops der Asus Pro-Serie würden eingestellt. Für Projekte könnten die Geräte aber noch angefragt werden. Der Fokus würde jetzt primär auf dem Ausbau der beiden Kernbereiche liegen: Die Asus-Zen-Familie und der Gaming-Brand »Republic of Gamers« (ROG).